Künstliche Intelligenz (KI) verändert das Ausstellen auf Messen. Zugleich eröffnet KI neue Chancen für ausstellende Unternehmen. Eine erste umfassende AUMA-Studie zum Thema zeigt: KI macht, gut und richtig eingesetzt, Messe-Erlebnisse smarter, persönlicher und effizienter. Doch eines bleibt entscheidend: Authentizität.
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Messen im Umbruch: KI wird zum Branchenstandard der Veranstalter
Die Messebranche befindet sich an einem Wendepunkt, mal wieder. Laut AUMA-Erhebung nutzen bereits 70 Prozent der Messeveranstalter KI-Anwendungen im Arbeitsalltag, vor allem für Textgenerierung, Chatbots und Datenanalysen. Das entspricht einem deutlichen Plus von 14 Prozent im Vergleich zu 2024 und zeigt, wie schnell sich KI auch im Messekontext verbreitet.
Die überwältigende Mehrheit der Veranstalter sieht KI als Chance: 72 Prozent bewerten KI positiv, weniger als vier Prozent sehen Risiken. Als wichtigste Nutzenbereiche nennen sie Effizienzsteigerung, datenbasierte Zielgruppenanalysen, Inspiration, Personalisierung sowie Impulse für Marketing und Vertrieb. Trotzdem bleibt die Integration in den Arbeitsalltag eine Herausforderung. Drei Viertel der Befragten Messeveranstalter sehen in der Einführung von KI-Prozessen die zentrale Aufgabe der kommenden Jahre.
Was Besucher wirklich wollen: Relevanz, Orientierung, echte Interaktion
Die Erhebung zeigt auch: Besucherinnen und Besucher suchen auf Messen vor allem Relevanz. KI kann dabei eine essenzielle Rolle spielen. Fast 80 Prozent der Befragten sehen insbesondere in KI-gestützten Informationsdiensten, etwa Messe-Guides oder hyperpersonalisierten Inhalten, einen deutlichen Mehrwert. Ebenso hoch bewertet wird der Nutzen von KI für Interaktion und Networking, zum Beispiel durch Live-Übersetzung oder intelligente Kontaktvorschläge. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Während Tech-Enthusiasten (rund 21 Prozent der Besucher) gezielt nach KI-Features suchen, wollen Effizienz-Besucher (33 Prozent) vor allem Zeit sparen, ohne die Technik wahrzunehmen. Authentizität heißt hier: Die Technik drängt sich nicht auf, sondern dient dem Zweck.
Zugleich bleibt das physische Messe-Erlebnis wichtig: Networking, Orientierung, Zufallsbegegnung, Trendbeobachtung und Innovationen zum Anfassen stehen weiterhin im Zentrum. Genau hier zeigt sich das Spannungsfeld: KI erweitert das Erlebnis, aber sie ersetzt es nicht. Besucher schätzen digitale Unterstützung, wünschen sich aber zumeist klare, glaubwürdige menschliche Kommunikation.
Authentizität als neuer Wettbewerbsvorteil für Aussteller
Für ausstellende Unternehmen heißt das: KI sollte helfen, Informationen zielgerichteter auszuspielen, Gespräche zu erleichtern und Kontakte effizienter zu gestalten. Und das alles, ohne den persönlichen Austausch zu verdrängen.
Einer der wichtigsten Befunde des AUMA: Trotz aller technologischen Fortschritte bleibt der Mensch im Zentrum aller Entwicklungen. Die Messe der Zukunft wird nicht technischer, sondern persönlicher, weil KI hilft, Begegnungen vorzubereiten, zu vertiefen oder zu verlängern.
Das bedeutet:
- KI strukturiert und ergänzt. Sie ersetzt keine echte Interaktion.
- Vertrauen spielt eine zentrale Rolle. Je digitaler das Umfeld, desto wichtiger wird Glaubwürdigkeit.
- Besucher erwarten transparente, nachvollziehbare und authentische Kommunikation.
Unrund wird es dort, wo KI zur reinen Inszenierung wird. Wer KI unreflektiert als Show-Effekt einsetzt, erzeugt Skepsis. Wer hingegen KI nutzt, um echte Bedürfnisse zu adressieren – Orientierung, Relevanz, persönliche Ansprache – gewinnt. Durch zunehmende Deepfakes und KI-generierte Inhalte wird die Messe zum sicheren Hafen. Hier validiert die physische Begegnung die digitale Identität. Vertrauenswürdige Datenhandhabung ist keine bloße Pflichtübung, sondern ein ernstzunehmender Wettbewerbsvorteil gegenüber rein digitalen Plattformen.
Vier ausgewählte KI-Anwendungsfelder, die Aussteller stärken
Die AUMA-Veröffentlichung Messen im Zeitalter von KI: An der Schwelle zwischen Experiment und Integration benennt 79 konkrete KI-Anwendungsfelder, die nach Potenzial und Aufwand bewertet wurden. Besonders relevant für Aussteller sind jene mit hoher Kundennähe und unmittelbarem Nutzen. Dazu zählen:
- Personalisierte Besucheransprache
KI ermöglicht hyperpersonalisierte Inhalte, Empfehlungen und Navigationshilfen. Besucher erhalten genau die Informationen, die zu ihren Interessen passen. Ein klarer Vorteil für die Lead-Generierung. - Intelligente Erfolgsmessung
Moderne KI‑Tools erfassen qualitative Daten wie Verweildauer, Blickrichtungen und Interessen. Diese Informationen ermöglichen eine präzisere Bewertung von Messezielen, weit über reine Besucherzahlen hinaus. Ausstellende Unternehmen profitieren dadurch von klarer Messbarkeit und fundierten Entscheidungen für Marketing und Vertrieb. - KI-gestütztes Matchmaking
Tools mit intelligenten Kontaktvorschlägen steigern die Relevanz von Gesprächen. Gerade für Fachbesucher, die Trends und Networking priorisieren, ist das ein deutlicher Mehrwert. - Marketing-Automation & Content-Erstellung
Viele der priorisierten ‚Quick Wins‘ finden sich im Marketing. Die Bandbreite reicht dabei von automatisierter Texterstellung über intelligente Kampagnensteuerung bis zur Content-Kuration. Ausstellende Unternehmen erreichen dadurch konsistentere Kommunikation bei geringerem Aufwand.
Praktische Handlungsempfehlungen für Aussteller
- Relevante Use Cases auswählen
Nicht jede KI‑Lösung passt zu jedem Unternehmen. Priorisiert werden sollten Anwendungen mit direktem Mehrwert, etwa Personalisierung, Lead-Qualifizierung oder KI‑Qualifizierung oder KI‑gestützte Guides. Die Studie empfiehlt, Aufwand-Nutzen-Verhältnisse bewusst abzuwägen. - Klein beginnen und skalieren
Viele ‚Quick Wins‘ können ohne großen Aufwand implementiert werden. Das ist ideal für erste Pilotprojekte. - Teams vernetzen
Erfolgreicher KI-Einsatz gelingt dann, wenn Marketing, Vertrieb und Standpersonal gemeinsam arbeiten. Die Studie betont die Bedeutung crossfunktionaler Lernumgebungen. - Authentische Markenkommunikation bewahren
KI unterstützt. Aber sie prägt nicht die Identität einer Marke. Der persönliche Stil, die Tonalität und die Werte eines Unternehmens müssen stets klar spürbar bleiben.
Fazit: KI macht Messen menschlicher – wenn Aussteller sie richtig nutzen
Die AUMA-KI-Studie zeigt deutlich: KI bietet enorme Potenziale für Aussteller. Das reicht von smarter Besucherführung über relevante Inhalte bis zu intelligenter Erfolgsmessung. Doch ihr größter Wert entsteht dort, wo sie echte Begegnungen fördert. KI macht Messen persönlicher, solange Aussteller sie gezielt, verantwortungsvoll und authentisch einsetzen.
Die Zukunft der Messe ist digital. Aber ihr Herz bleibt menschlich.
Sie wollen das konkret für Ihr Unternehmen angehen? Hier erfahren Sie noch mehr Details über Einsatzmöglichkeiten, Potenziale und Zukunftsbilder von Künstlicher Intelligenz bei Ihren Messeaktivitäten Messen im Zeitalter von KI: An der Schwelle zwischen Experiment und Integration.
Der AUMA gibt im bvik Spotlight Digital am 14.04. wie gewohnt wertvolle Einblicke in die Entwicklungen im deutschen Messe-Markt. Die Frühjahrsausgabe des AUMA Webtalk liefert harte Fakten sowie Einschätzungen zu Trends und zeigt Chancen & Herausforderungen für ausstellende Unternehmen auf.
Heute stehen die Besucherinnen und Besucher bei Messen im Mittelpunkt – ihre Bedürfnisse und ihre Entscheidungsprozesse. Unternehmen, die das verinnerlicht haben und die ihre Messebeteiligung strategisch in die Customer Journey ihrer Zielgruppen integrieren, erschließen sich einzigartige Wettbewerbsvorteile. Lesen Sie mehr dazu im Blogbeitrag des AUMA!
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