Die MAZ in Digitalien

Die digitale Transformation hat die IK-Abteilungen erreicht. Auch die gute alte Mitarbeiterzeitschrift (MAZ) kommt da auf den Prüfstand. Wo ist ihr Platz in der digitalen Welt? Ein Plädoyer für die digitale MAZ als Online-Magazin.

Steffen Beck, pr+co GmbH
Redaktionsleiter

Der gelernte Journalist hat schon seit Kindheitstagen ein Herz für Magazine. Seit über zehn Jahren arbeitet er bei der Kommunikationsagentur pr+co mit Kunden aus dem B2B-Bereich zusammen. Aus dieser Erfahrung weiß er, dass sich Print und Digital in der Mitarbeiter- und Kundenkommunikation optimal ergänzen können – wenn Zielsetzung, Design, Distribution und vor allem der Content stimmen.
Bildquelle: Gernot Walter

Intranet, Mitarbeiter-App oder Website? Wo ist der Heimathafen für den MAZ-Content? Grundsätzlich ist der dort gut aufgehoben, wo er möglichst viele Mitarbeiter erreicht. Da scheidet das Intranet als alleiniges Medium schon aus, wenn in Industrieunternehmen Kollegen aus Produktion und Außendienst nur eingeschränkten Zugang haben.

Ab auf das Smartphone

State of the art in Sachen Digitalisierung ist es deshalb, die MAZ gleich in die Hosentaschen respektive auf die Smartphones der Kollegen zu bringen. Einen möglichen Weg dorthin bieten spezielle Mitarbeiter-Apps. Bei diesen Apps stehen meist Social- und Community-Funktionen und die Integration einzelner Intranet-Funktionen im Vordergrund – nicht die lesefreundliche Präsentation eines individuell gestalteten Magazin-Artikels. So wächst sich die Einführung meist zu einem technischen, organisatorischen und kommunikativen Großprojekt aus, bei dem die MAZ nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.

Schneller, kostengünstiger, zukunftsfähiger

Wer also nicht das ganz große digitale IK-Fass aufmachen will oder kann, für den ist das Mitarbeitermagazin als Website die Alternative: Responsiv, anwenderfreundlich, multimedial bietet es ein modernes Magazinerlebnis auf allen Endgeräten – und das zu einem Bruchteil der Kosten einer nativen App. Und das Online-Mitarbeitermagazin hat noch einen entscheidenden Vorteil: Inhalte von Websites lassen sich leicht in beliebige Plattformen einbinden – von der nativen App, Intranet, interner Browserstartseite über Microblogging-Plattformen bis hin zu internen sozialen Netzwerken. Das bedeutet: Eine Investition in eine Online-MAZ auf Basis einer Website ist eine Investition in die Zukunft.

Bewerbung auf allen digitalen Kanälen …

Diese hohe Integrationsfähigkeit der Online-Mitarbeiterzeitschrift, hilft vor allem dann, wenn der Content bei den Kollegen beworben werden soll. Denn im Gegensatz zu digitalen Kundenmagazinen, wird die Online-MAZ in der Regel als nicht-öffentliche oder geschlossene Website angelegt und kann damit nicht von Suchmaschinen oder Socialmedia-Spreading profitieren. Damit es läuft, braucht es also Werbung auf den anderen digitalen Kanälen. Der tägliche automatisch generierte Reminder im Intranet, der Teaser auf der internen Browser-Startseite oder der Link aus den Intranet-News auf die passende Story, bringt die Kollegen am PC-Arbeitsplatz kontinuierlich zur digitalen MAZ.

Anders bei den Mitarbeitern ohne PC und allen, die die Online-MAZ überwiegend mobil nutzen. Eine Möglichkeit, einen Push-Kanal aufzubauen, ist die klassische Benachrichtigung per E-Mail. Tools wie Mailchimp, Newsletter2go oder CleverReach erweitern auch Online-Magazine mit automatisiertem E-Mail-Content-Marketing. Unter gewissen Voraussetzungen sind auch Push-Meldungen direkt auf das Smartphone möglich (siehe Kasten).

… und natürlich auch auf den analogen

Bei aller Begeisterung für online sei erwähnt: Wer seinem internen Online-Magazin auf die Sprünge helfen will, der bewirbt es auch in der analogen Welt. Ob zum Launch oder bei neuen Themen-Highlights, hier gibt es unzählige Möglichkeiten Pull-Effekte zu kreieren: Plakate mit QR-Code in der Kantine oder am Werkstor, Flyer in den Werkshallen, Gewinnspiele, Anzeigen in der gedruckten MAZ (falls es diese noch gibt), ein Beileger zur Gehaltsabrechnung, Hinweise in Abteilungstreffen – IK-Verantwortliche können hier alle Register ziehen.

Web-App und Push

Mit wenigen Klicks lässt sich eine Magazin-Website auf einem Smartphone so bookmarken, dass sie wie eine App auf dem Homebildschirm liegt. So ist auch eine Online-MAZ stets auf dem mobilen Bildschirm präsent. Unter Android sind für diese sogenannten Webapps bereits Push-Meldungen möglich. Apple wird hier bald nachziehen will. Damit erobern sich Webseiten ein weiteres wesentliches Merkmal einer nativen App.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im bvik-Workshop „MAZ goes Web. Wie die Mitarbeiterzeitschrift ihren Platz in der digitalen B2B-Welt findet!“ am 14. März bei pr+co in Stuttgart.