Bundesverband Industrie Kommunikation e.V.

Fehlendes Know-how im Bereich Digitalisierung wird immer mehr zum kritischen Erfolgs-/Risikofaktor.

Big Data und Data Analytics gehören auch 2019 zu den größten Herausforderungen im Bereich B2B-Marketing/-Kommunikation. Dabei ist alarmierend, dass über zwei Drittel der befragten B2B-Marketing- und Kommunikationsexperten sich noch nicht oder nur teilweise ausreichend über Big Data und Data Analytics informiert fühlen. Fast 92 % bestätigen zudem, dass das Know-how in der B2B-Marketing-Organisation nicht oder nur teilweise vorhanden ist. Verknüpft mit der Bestätigung von ca. 85 % der Befragten, dass die „B2B-Branche“ insgesamt nicht oder nur teilweise auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereitet ist, wird deutlich, welche Nachholbedarfe im Kontext der Digitalisierung immer noch bestehen.

Positiv und chancenorientiert formuliert bedeutet eine strukturierte und zügige Professionalisierung in der Digitalisierung die Chance, sich schnell und positiv vom Wettbewerb abheben zu können. Und das gilt für die Industrieunternehmen, die B2B-Dienstleistungsunternehmen im Marketing- und Kommunikationsumfeld gleichermaßen sowie auch für entsprechende Branchen- und Fachverbände oder auch Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen, die in der Lage sind, aktuelles und spezifisches Fachwissen anwendungsorientiert zu vermitteln.

Der bvik kann sich in seinen bisherigen und auch zukünftigen Aktivitäten und Programmelementen daher mehr als bestätigt fühlen, da er insbesondere und mit großem Erfolg den Wissens- und Erfahrungsaustausch von und an Experten im digitalen B2B Marketing- und Kommunikationsumfeld adressiert.

Prof. Dr. Seon-Su Kim (DHBW Mosbach) betreut das bvik-Trendbarometer von wissenschaftlicher Seite.

Das bvik-Trendbarometer 2019 bestätigt darüber hinaus, dass neue digitale Geschäftsmodelle oder Plattformmodelle auch im B2B-Marketing- und Kommunikationskontext zu erheblichen, wenn nicht sogar disruptiven Veränderungen führen können. Daher ist es ratsam, die zukünftigen Entwicklungen weiterhin gut zu beobachten und sich ggf. frühzeitig auf veränderte Spielregeln in diesem Bereich vorzubereiten oder sogar selbst voranzutreiben.
Ebenso auffällig und bemerkenswert ist die wahrgenommene gestiegene Bedeutung des Marketings als Treiber, Begleiter oder Integrationsförderer von digitalen Geschäftsmodellen oder auch der Digitalisierung insgesamt. Kaum ein anderer Unternehmensbereich beschäftigt sich so professionell und intensiv mit den Trends und Entwicklungen im Markt sowie mit den Bedürfnissen der Kunden und der „Experience-Orientierung“. Das Marketing kann und darf damit durchaus selbstbewusst(er) auftreten und sich noch stärker als bisher als wertvolle und kritische Informationsquelle sehen. Außerdem kann es sich als Impuls- und Innovationstreiber nicht nur für die eigene Kommunikation, sondern darüber hinaus auch für andere Unternehmensbereiche entlang der Wertschöpfungskette, wie etwa den Einkauf, die Produktentwicklung, die Produktion und den „klassischen Vertrieb“ bis hin zum Personalmanagement/Employer Branding etc. betrachten. Mit Instrumenten aus den Bereichen Big Data und Data Analytics kann der Erfolg und Beitrag des B2B-Marketings und der B2B-Kommunikation für das Unternehmen noch besser gemessen und bewertet werden. Insofern ist es kaum verwunderlich, dass genau diese Zielsetzungen im Vordergrund der B2B-Experten stehen.

Als kleines Fazit aus dem bvik-Trendbarometer 2019 kann festgehalten werden, dass die B2B-Experten in den nächsten Jahren durchaus größere Veränderungen und Gefahren sehen und teilweise auch schon länger erkannt haben. Das tiefere Wissen im Kontext der Digitalisierung sowie die Kompetenz, die entsprechenden Chancen schnell und effektiv zu nutzen, werden damit zu den kritischen Erfolgsfaktoren gehören bzw. sind ein kritischer Risikofaktor, wenn man sich diesen Herausforderungen nicht strukturiert und angemessen stellt.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen der kurzen Zusammenfassungen auf dieser Seite und freue mich über Fragen, Feedback und Anregungen zu diesem wie auch zukünftigen bvik-Trendbarometer.

Viele Grüße

Prof. Dr. Seon-Su Kim
Leitung Campus Bad Mergentheim, Duale Hochschule Baden-Württemberg Mosbach

317

Teilnehmer insgesamt

148

Teilnehmer aus Industrieunternehmen

151

Teilnehmer aus Dienstleistungsunternehmen

18

sonstige Teilnehmer (Handel, Wissenschaft)

Über das Trendbarometer

Die Befragung wurde mit Hilfe des Online-Tools Surveymonkey im Zeitraum 06.05.2019 bis 31.05.2019 durchgeführt. Insgesamt haben 317 Personen an der Befragung teilgenommen. 47 % der Teilnehmer/innen sind in einem Industrieunternehmen (Herstellung von Industriegütern) tätig, 48 % bei einem Dienstleistungsunternehmen (Agentur, Beratung, Software) und 5 % fallen unter Sonstige (hier überwiegend aus dem Bereich Hochschulen/Bildung und Handel/Großhandel).

Hinsichtlich der Größe der Unternehmen sind Unternehmen bis zu 50 Mitarbeiter/innen und über 2000 Mitarbeiter/innen die am stärksten vertretenen Gruppen (bis 50 MA = ca. 34 %, >2000 MA =  ca. 22 %). Dabei ist auffällig, dass ca. 77 % aller teilgenommenen Industrieunternehmen mehr als 500 Mitarbeiter/innen haben und  ca. 80 % aller teilgenommenen Dienstleistungsunternehmen bis zu 200 MA.

„Über 1.200 B2B-Marketer bringen wir inzwischen in unserer bvik-Community als Mitglieder zusammen. Der bvik hat den Anspruch, Trend- und Taktgeber der Branche zu sein. Daher ist es uns wichtig, in regelmäßigen Abständen die B2B-Marketer nach ihrer Meinung zu aktuellen Trend-Themen zu befragen und ein Stimmungsbild einzufangen. Und natürlich fließen die Erkenntnisse auch in die Planung unserer Verbandsangebote mit ein.“ (Dr. Andreas Bauer, bvik-Vorstandsmitglied und Vice President Corporate Marketing Strategy & Operations, KUKA AG)

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Das Trendbarometer wurde auch schon 2018 mit dem Focusthema „Influencer-Marketing“ durchgeführt. Hier geht´s zu den Ergebnissen!