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Gefürchtet, aber unverzichtbar: Kununu, Glassdoor und Co. als Teil der Employer Branding-Strategie

Arbeitgeberbewertungsportale zählen zu den wichtigsten Informationsquellen für Bewerber:innen. Von vielen Unternehmen werden die Onlineplattformen hingegen gefürchtet – dabei bieten sie, mit der richtigen Strategie, viel Potenzial für die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber.

Arbeitgeberbewertungsportale: entscheidender Touchpoint in der Candidate Journey

Sterne verteilen, ein Like oder ein Kommentar: Heutzutage sind wir es gewohnt, alles bewerten und beurteilen zu können. Und auch in die Arbeitswelt haben Online-Bewertungen längst Einzug erhalten. Das zeigen auch die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage: 73,6 % der befragten Kandidat:innen nutzen Arbeitgeberbewertungsplattformen. Von diesen geben mehr als ein Viertel (28,4 %) an, dass ihnen immer oder oft eine Diskrepanz zwischen Arbeitgeberkommunikation und Mitarbeiterbewertungen auffällt. Die Folgen schlagen sich in fehlenden Bewerbungen nieder: Denn mehr als die Hälfte der Jobsuchenden (54,0 %) bewerben sich in einem solchen Fall nicht mehr bei dieser Firma.

Solche Ergebnisse sprechen eine klare Sprache:  Arbeitgeberbewertungsportale sind nicht nur ein entscheidender erster Touchpoint im externen Employer Branding, sondern sorgen auch für die notwendige Glaubwürdigkeit. Letztere entsteht dann, wenn es eine einheitliche Kommunikation auf allen (digitalen) Kanälen der Arbeitgeberkommunikation gibt. Die Betreuung dieser Online-Plattformen sollte daher Teil einer ganzheitlichen Employer Branding-Strategie eines jeden Unternehmens sein – und mit ein paar Tricks holen Arbeitgeber das Beste aus kununu, meinpraktikum und Co. raus.

Vier Tipps: Arbeitgeberbewertungsportale als Unternehmen nutzen

  1. Authentische Profile

Wie auf allen Kanälen in der Bewerber- und Mitarbeiterkommunikation, gilt auch bei den Bewertungsplattformen für Arbeitgeber: Ehrlichkeit ist oberstes Gebot. Gefälschte Kommentare sind nicht nur verboten, sondern werden von Kandidat:innen oftmals entlarvt. Unternehmen sollten daher auf authentische Statements setzen – können aber sowohl Bewerber:innen als auch Mitarbeitende dazu einladen, Unternehmenskultur, Benefits und Co. zu bewerten.

  1. Plattformen als digitale Arbeitgebervisitenkarte

Bei vielen der Portale haben Arbeitgeber die Möglichkeit eigene Profile, in der Regel kostenpflichtig, zu gestalten. Das bietet eine große Chance, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Insights zum Unternehmen, individuelle Karrieregeschichten ausgewählter Corporate Influencer und Bilder sowie Videos ermöglichen ein umfassendes Bild über das Unternehmen. Entscheidend dabei ist: eine konsistente Kommunikation der Employer Brand. So sollten sich hier auch die zentralen Werte und Aussagen wiederfinden, die in Stellenanzeigen, der Karrierewebsite etc. kommuniziert werden. Auch die Möglichkeiten für die Einbindung von Stellenanzeigen bzw. entsprechende Verlinkungen empfiehlt sich – um die Portale auch als zusätzlichen Recruiting-Kanal zu nutzen.  

  1. Stellungnahmen anstatt One-Way-Kommunikation

(Digitale) Kommunikation ist keine Einbahnstraße! Unternehmen sollten auf Bewertungen reagieren. Die Kommentare ermöglichen, positiv erwähnte Aspekte nochmal in den Fokus zu rücken. Zudem zeigen eine Rückmeldung und ein Dankeschön Wertschätzung. Damit diese auch transportiert wird, sollten Antworten auf Bewertungen individuell sein – das Gießkannenprinzip wirkt willkürlich und bewirkt das Gegenteil der gut gemeinten Reaktion. Bei den digitalen Kommunikationswegen ist Schnelligkeit zudem ein wichtiges Gebot. Es heißt also: Die wichtigsten Bewertungsportale monitoren und zeitnah antworten.

  1. Der richtige Umgang mit negativen Kommentaren

Die größte Sorge vieler Unternehmen ist die vor schlechten Bewertungen. Zwar lassen sich diese nicht verhindern, aber Arbeitgeber können Stellung beziehen. Hierbei sollte man weder in eine rechtfertigende Haltung verfallen, noch eine geäußerte Kritik negieren. Es heißt Haltung bewahren, kritisierte Aspekte einordnen und beispielbasiert erklären. Unternehmen können auch hier Wertschätzung zeigen, indem sie geäußerte Kritik ernst nehmen und gegebenenfalls Lösungen aufzeigen. Idealerweise bietet man dem/der Bewerter:in ein Gespräch mit der HR-Abteilung und/oder der Geschäftsführung an. Natürlich sollte der Ton stets freundlich sowie sachlich sein und nicht persönlich werden – das Web ist kein rechtsfreier Raum. Das gilt umgekehrt auch für Mitarbeitende und Bewerber:innen, denn rechtswidrige, beispielsweise diffamierende, Kommentare kann man entfernen lassen.


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Veranstaltungstipp: Employer Branding im B2B!

Neben Arbeitgeberbewertungsportalen gibt es noch einige andere Kniffe im Employer Branding. In unserem Webinar mit Maisberger am 29.11.2022 lernen Sie, was es noch so zu beachten gibt.

 

 

 

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