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Zukunft wartet nicht – der TIK 2026 zeigt, wie B2B-Marketing zum Taktgeber wird

2.07.2026/von KimKugelmann

Veränderungsfähigkeit statt Technologiegläubigkeit, integrierte Marktbearbeitung statt Kampagnendenken, Haltung statt Lärm: Der TIK 2026 lieferte am 25. Juni in Fürstenfeldbruck eine klare Antwort auf die Frage, was B2B-Marketing heute wirklich braucht.

Inhaltsverzeichnis

  • Taktgeber werden – Orientierung in Zeiten des Wandels
    • „Wenn nichts sicher ist, ist alles möglich.“ – Sven Göth, Business Futurist
    • „Es mangelt nicht an Aktivitäten, sondern an gemeinsamer Entscheidungslogik.“ – Kerstin Löffler, Testo Saveris
  • Intelligenz nutzen – Kooperation und Kundenfokus als Erfolgshebel
    • „Wir stärken den Schaltschrankbau in Deutschland.“ – Die SchaltschrankGESTALTER
    • „Qualität schlägt Quantität.“ – Deutsche Messe AG
  • Kraft entfalten – Haltung, Geschichte und Zukunftsfähigkeit
    • „Tell campfire stories, not case studies.“ – Frank Haas, Gebrüder Weiss
    • „The only scarce resource right now is imagination.“ – Sabine Gromer, MagnoliaTree
  • Fazit
  • Mehr zum Thema

Taktgeber werden – Orientierung in Zeiten des Wandels

 

„Wenn nichts sicher ist, ist alles möglich.“ – Sven Göth, Business Futurist

 

Sven Göth auf der TIK Bühne.

Sven Göth eröffnet den Tag mit Future-Insights. Quelle: ClicClic by PP PicturePartners

Mit seiner Eröffnungskeynote „Future NOW“ setzte Business Futurist Sven Göth sofort den Ton für den gesamten Tag: klar, provokant und unmittelbar handlungsrelevant. Seine zentrale These – die größte Herausforderung für Unternehmen sei nicht die Technologie selbst, sondern ihre Veränderungsfähigkeit – traf den Nerv des Publikums.

Megatrends wie Digitalisierung, demografischer Wandel, Geopolitik und Klimawandel verstärken sich gegenseitig und erhöhen den Druck auf Geschäftsmodelle schneller denn je.

KI beschrieb Göth nicht als IT-Thema, sondern als Infrastruktur- und Organisationsfrage. Sein Appell an die B2B-Marketer im Saal: Weniger Tool-Bingo, mehr systemisches Denken – mit der entscheidenden Frage, was bewahrt, verändert, hinzugefügt oder losgelassen werden muss. Zukunftsfähigkeit braucht drei Zutaten: Zeit, Wissen und Mut.

„Die größte Herausforderung, die jede Organisation aktuell hat, ist die Veränderungsfähigkeit.“

 

„Es mangelt nicht an Aktivitäten, sondern an gemeinsamer Entscheidungslogik.“ – Kerstin Löffler, Testo Saveris

 

Kerstin Löffler auf der TIK Bühne.

Kerstin Löffler teilt spannende Industrie-Strategien. Quelle: ClicClic by PP PicturePartners

Kerstin Löffler, Head of Global Marketing BU Pharma bei Testo Saveris, zeigte, wie B2B-Marketing aus dem Kampagnenmodus herauskommt und zur echten Marktwirkung wird.

Ihre Diagnose: Viele B2B-Unternehmen haben nicht zu wenige Aktivitäten – sie haben zu wenig gemeinsame Entscheidungslogik zwischen Marketing, Vertrieb und Produktmanagement. Das Ergebnis sind parallele Einzelmaßnahmen ohne nachhaltige Marktbewegung.

Ihr Gegenentwurf: ein strukturierter Go-to-Market-Prozess mit systematischer Kundensegmentierung, gemeinsamen OKRs und operativen Playbooks – unterstützt durch ein CRM-System als gemeinsame Datenbasis. Wer Marketing und Vertrieb wirklich verzahnt, verändert nicht nur Kampagnen, sondern das gesamte Betriebsmodell.

„Integrierte Marktbearbeitung ist kein Kampagnenmodus. Es ist mehr. Ich würde sagen, es ist ein neues Betriebsmodell.“

 

Intelligenz nutzen – Kooperation und Kundenfokus als Erfolgshebel

 

„Wir stärken den Schaltschrankbau in Deutschland.“ – Die SchaltschrankGESTALTER

Von links nach rechts: Detlef Kloke, Thomas Hebelein und Gabriele Geiger auf der TIK Bühne.

Die SchaltschrankGESTALTER inspirieren mit einem besonderen Projekt. Quelle: ClicClic by PP PicturePartners

Einer der inspirierendsten Praxisimpulse des TIK 2026 kam von einem ungewöhnlichen Kollaborationsprojekt: den SchaltschrankGESTALTERN. Detlef Kloke (Phoenix Contact), Gabriele Geiger (Mitinitiatorin) und Thomas Heberlein (Siemens AG) zeigten, wie Wettbewerber gemeinsam eine vorwettbewerbliche Marketing- und Wissensplattform aufgebaut haben – mit Webinaren, Mediathek, LinkedIn, YouTube und dem eigenen Schaltschrank-Festival.

Der Ansatz überzeugt mit Zahlen: Webinare mit rund 1.500 Anmeldungen und 77 Prozent Teilnehmerquote zeigen, wie wirksam herstellerneutrales Wissen ist, wenn es echte Probleme der Zielgruppe adressiert. Nicht Leads, sondern Relevanz, Reputation und Dialog stehen im Mittelpunkt – ein Modell, das weit über die Branche hinaus Vorbildcharakter hat.

 

„Menschen wollen Menschen treffen und in Austausch miteinander sein.“

 

„Qualität schlägt Quantität.“ – Deutsche Messe AG

 

Tanja Gerhardt uns Onuora Ogbukagu auf der TIK Bühne.

Exklusive Einblicke in die Entwicklung der HANNOVER MESSE. Quelle: ClicClic by PP PicturePartners

Onuora Ogbukagu und Tanja Gerhardt von der Deutschen Messe AG gewährten einen offenen Einblick in die strategische Neuausrichtung der HANNOVER MESSE 2026. Ausgangspunkt war eine nüchterne Analyse: Die Rückmeldungen aus Kundenworkshops, Einzelinterviews und CEO-Gesprächen waren klar – die Messe war zu unspezifisch, zu unübersichtlich, zu teuer und zu lang.

Die Reaktion war konsequent: Fokussierung auf die produzierende Industrie, kompaktere Geländestruktur und neue Formate wie Masterclasses, Roundtables und Speed-Dating für qualifizierte Begegnungen.

Die Ergebnisse zeigen mehr Fachbesucher und bessere Besucherqualität – und die zentrale Botschaft für alle B2B-Marketer lautet: Relevanz entsteht nicht durch Größe, sondern durch Kundennähe in der Entwicklung.

„Wir entwickeln sie nicht für den Kunden – wir entwickeln sie mit den Kunden.“

 

Kraft entfalten – Haltung, Geschichte und Zukunftsfähigkeit

 

„Tell campfire stories, not case studies.“ – Frank Haas, Gebrüder Weiss

 

Frank Haas auf der TIK Bühne.

Frank Haas teilt Einblicke aus der Logistik-Branche. Quelle: ClicClic by PP PicturePartners

Frank Haas, Head of Corporate Brand Strategy & Communications bei Gebrüder Weiss, stellte die Frage, die viele B2B-Marketer beschäftigt: Wie differenziert man eine Marke in einem Markt, in dem sich Kernleistungen kaum noch unterscheiden?

Seine Antwort: nicht über einen klassischen USP, sondern über Herkunft, Haltung und erzählbare Belege. Gebrüder Weiss setzt auf die Positionierung „Liebe zur Mobilität“ – untermauert durch Partnerschaften mit dem Österreichischen Weltraumforum, Solarprojekte und Grönland-Expeditionen.

Haas plädierte für „Campfire Stories“ statt nüchterner Case Studies: Geschichten, die emotional wirken, länger im Gedächtnis bleiben und Vertrauen aufbauen. Sein Credo: Konsequenz in der Positionierung, schnelles Handeln vor langen Abstimmungsrunden – und Kooperation als Chance statt Bedrohung.

„Ich glaube, wir kommen in eine Phase der Sinnfrage – und Unternehmen können diese Sinnfrage für sich neu beantworten.“

 

„The only scarce resource right now is imagination.“ – Sabine Gromer, MagnoliaTree

 

Sabine Gromer auf der TIK Bühne.

Sabine Gromer macht den inspirierenden Abschluss. Quelle: ClicClic by PP PicturePartners

Sabine Gromer, Transformationsarchitektin und Gründerin von MagnoliaTree, schloss den Kongresstag mit einer Closing Keynote, die viele aufgewühlt aus dem Saal entließ. Ihre These: Zukunftsfähigkeit entsteht nicht durch Effizienzoptimierung, sondern durch Foresight Thinking, Szenarienarbeit und mentale Beweglichkeit.

Kognitive Verzerrungen wie Confirmation Bias und die natürliche Homöostase von Organisationen blockieren echte Transformation – und genau dort muss angesetzt werden.

KI sei kein reines Effizienzthema, sondern ein Potenzialraum für neue Bedeutsamkeit und menschenzentrierte Wertschöpfung. Gromers Schlussgedanke: Nicht Resilienz allein, sondern Antifragilität und Würde sollten Leitprinzipien für zukunftsfähige Organisationen sein – denn die einzige wirklich knappe Ressource ist Vorstellungskraft.

„Future Readiness ist für mich die Fähigkeit, sowohl geistig beweglich zu bleiben als auch zu lernen.“

 

Fazit

Der TAG DER INDUSTRIEKOMMUNIKATION 2026 hat gezeigt: B2B-Marketing ist weit mehr als Kampagnenmanagement. Es ist eine strategische Führungsaufgabe, die Orientierung schafft, Märkte gestaltet und Organisationen zusammenhält.

Die Botschaften des Tages lassen sich auf drei klare Kernthesen verdichten:

  1. Veränderungsfähigkeit schlägt Technologieverfügbarkeit. Nicht das beste Tool entscheidet über den Erfolg, sondern die Fähigkeit der Organisation, sich wirklich zu verändern.
  2. Marketing braucht ein neues Betriebsmodell. Integrierte Marktbearbeitung, gemeinsame Entscheidungslogik und cross-funktionale Playbooks sind die Grundlage für echte Wirkung.
  3. Haltung und Erzählung sind keine Softfaktoren. Wer eine klare, glaubwürdige Positionierung hat und sie mit echten Geschichten belegt, gewinnt Vertrauen – und damit Marktanteile.

Weiteres Bildmaterial finden Sie unter https://tik.clicclic.de/ 


Mehr zum Thema

Weiterlesen: TIK 2026 Pressemitteilung

Lesen Sie weitere Impressionen der Referent*innen und Teilnehmer*innen in unserer aktuellen Pressemeldung zum TAG DER INDUSTRIEKOMMUNIKATION, diese steht Ihnen zur Nutzung frei.

 

Save the date: Der TIK 2027 wird am 24.06.2027 stattfinden!

Nach dem TIK ist vor dem TIK: Unsere Surprise Tickets. Wir freuen uns, Sie 2027 wieder in Fürstenfeldbruck zu begrüßen!

Schlagworte: B2B-Kommunikation, B2B-Trends, Customer Experience
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