Wie B2B-Online-Marketing in der Corona-Krise zur Chance wird

Corona hat die Welt fest im Griff. Unternehmen kürzen Budgets, Projekte werden pausiert oder verschoben und Marketing hat nicht oberste Priorität. Doch es wäre fatal, das B2B-Online-Marketing vollständig zu vernachlässigen. Erfahren Sie, welche Maßnahmen jetzt wichtig sind.

An diesem Beitrag haben folgende Personen der Agentur creative360 mitgewirkt:

Jens Stolze, Inhaber / Geschäftsführer
Sandra Zimmermann-Stoian, SEO-Managerin
Timo Artmann, SEA-/SEO-Manager
Nina Müller, Online-Marketing-Managerin
Kerstin Höfig, UI-/UX-Designerin
Anne Morof, Content-Managerin
Catharina Weis, Texterin
Bildquelle: creative360

 

Leadgenerierung jetzt strategisch nutzen

Gerade in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs wird Leadgenerierung noch wichtiger. Wer jetzt Marketingkosten reduziert und damit Leads verliert, riskiert in der Zeit der wirtschaftlichen Erholung und des Aufschwungs ein Leck im sogenannten Sales-Funnel.

Die Nachfrage nimmt derzeit in verschiedenen B2B-Branchen (vorübergehend) ab. Sie verschiebt sich aber auf einen späteren Zeitpunkt. Und dann gilt es, genügend Leads für den Vertrieb zu haben. Unternehmen sollten auch nach der Krise in den Köpfen der Einkäufer, Beeinflusser und Entscheider präsent sein.

Leads für den Vertrieb zu generieren, ist für die meisten B2B-Marken das oberste Ziel. Es ist auch eine der besten Messgrößen im B2B-Online-Marketing. Leadgenerierung bedeutet aber nicht nur Kontaktdaten potenzieller Firmenkunden zu gewinnen. Dazu gehört auch Aufbau und Pflege von Neukunden.

Erinnerungswerbung zur Markenpflege und Leadgenerierung ist daher das Gebot der Stunde. Strategisch genutzt, entfaltet Leadgenerierung über diverse Online-Kanäle kurz-, mittel- und langfristig seine Wirkung. Besonders geeignet sind dafür folgende Maßnahmen: Suchmaschinen-Optimierung (SEO), Google Ads (SEA), Social Media, Website-Optimierung, E-Mail-Marketing und Content-Optimierung.

Mit SEO weiterhin schnell gefunden werden

Kunden und Interessenten erreichen B2B-Unternehmen derzeit fast nur über Online-Kanäle. Jetzt ist es unverzichtbar, von seinen Nutzern schnell und problemlos über Suchmaschinen wie Google, gefunden zu werden. Deshalb empfiehlt sich spätestens jetzt ein Blick auf die bisherigen SEO-Maßnahmen. Die Website sollte sowohl technisch als auch inhaltlich optimal für Suchmaschinen optimiert werden. Denn solche SEO-Maßnahmen bestimmen maßgeblich das Ranking auf den Ergebnisseiten. Nur so rückt man in den Fokus der Nutzer und kann sich gegen Wettbewerber behaupten.

Immer mehr Nutzer werden sich, wenn auch gezwungenermaßen, an diese digitale Umstrukturierung gewöhnen. Vermutlich wird also die Nutzung von Online-Kanälen auch nach der Krise weiter zunehmen. Das erkennen auch viele Händler und Unternehmen. Deshalb sollte man jetzt handeln und diese Krise als Chance nutzen, um in der Zeit nach Corona nicht den digitalen Anschluss zu verlieren.

Gekürzte Budgets wirken sich auch auf Google Ads-Maßnahmen aus. In den Pay-Per-Click-Kanälen liegt offenbar klar auf der Hand, was als Erstes zu tun ist: Das Budget senken und warten bis die Corona-Thematik abflacht. Was erstmal sinnvoll klingt, hat keinen dauerhaften Effekt. Alleine durch die Senkung des Budgets werden keine langfristigen und positiven Ergebnisse erzielt. Sinnvoller ist eine Neujustierung der Google Ads-Strategie. Der Fokus liegt jetzt noch mehr als sonst auf der Sichtbarkeit Ihres Unternehmens. Denn für Kunden ist es besonders in Krisenzeiten wichtig, zu wissen, dass ein Unternehmen für sie erreichbar ist.

Google Ads eignet sich besonders, um schnell und einfach mit den Kunden zu kommunizieren. Das erreicht man schon mit einem umformulierten Anzeigentext im Such-Netzwerk oder einem neu gestalteten Banner im Display-Netzwerk. Formulierungen wie beispielsweise: „Trotz Homeoffice können Sie uns jederzeit erreichen“, oder „Auch in schweren Zeiten sind wir für Sie da“, transportieren Sicherheit und fördern ein positives Image.

Social Media: Direkter Draht zur Zielgruppe

Social Media hat in den letzten Tagen durch die Corona-Krise einen regelrechten Boom erfahren. Seit dem Ausbruch des Coronavirus und den Regelungen zur sozialen Distanzierung werden soziale Medien noch mehr genutzt als bisher. Doch ist dieser Trend auch für die B2B-Branche relevant?
Die Antwort ist: Absolut. Denn auch hinter Unternehmen stecken Mitarbeiter und potenzielle Kunden, die sich nun noch häufiger und länger auf sozialen Plattformen aufhalten. Gerade jetzt können diese durch zielgerichtetes Social-Media-Marketing besonders gut erreicht werden.

Zwar nimmt die Nachfrage in manchen B2B-Branchen gerade ab, doch wer in Krisenzeiten auf sozialen Netzwerken Präsenz zeigt, wird bei bestehenden und potenziellen Kunden in Erinnerung bleiben. Dabei sollten Sie unbedingt auf die aktuellen Geschehnisse eingehen: Wie geht Ihr Unternehmen mit der Krise um? Wie meistern Sie aktuelle Herausforderungen? Indem Sie zeigen, dass Sie für Ihre Kunden da sind, stellen Sie sich als verlässlichen Geschäftspartner dar. Social-Media-Marketing ist damit ein ideales Instrument, um gerade in Krisenzeiten bestehende Kunden an sich zu binden und neue Kunden für sich zu gewinnen.

Optimierte Websites für bessere Nutzerführung

Das Aushängeschild für Ihr Unternehmen ist Ihre Website oder Landingpage. Wer jetzt seinen Kunden aktuelle und relevante Informationen zur Verfügung stellen will, für den ist die Website unverzichtbar. Kommunizieren Sie dort wichtige Informationen wie die Warenverfügbarkeit oder Lieferzeiten. Auch ein situationsgerechter FAQ-Bereich kann jetzt sinnvoll sein.

Um als Kunde bei Bedarf schnell Kontakt mit Ihnen aufnehmen zu können, sollten Sie darauf achten, dass er dazu auch die Möglichkeit hat. Das gilt nicht nur für die Kontaktaufnahme, sondern für alle Informationen und Angebote, die Sie online zur Verfügung stellen. Sorgen Sie dafür, dass der Nutzer und somit Ihr Kunde schnell und einfach zu den gewünschten Informationen gelangt.

Prüfen Sie, ob die vorhandenen Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme praktikabel sowie ausreichend sind. Momentan ist es sinnvoll, bestehende Kontaktangebote der Situation anzupassen und z. B. eine Integration von Live-Chats zu ermöglichen. Im Rahmen einer optimalen Usability sowie User Experience sollte hierbei stets die Zielgruppe und deren sich ändernde Anforderungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden.

E-Mail-Marketing: Mit Kunden schnell und einfach kommunizieren

Ohne sie geht es in Krisenzeiten nicht: Kommunikation. Besonders effektiv im E-Mail-Marketing – zum Beispiel mit einem Newsletter. Auch wenn derzeit Kosten reduziert werden, ist es wichtig, den Dialog zu Kunden, Partnern und Mitarbeitern aufrechtzuerhalten.

Mailings geben Ihnen die Möglichkeit Ihre Empfänger mit Informationen zu versorgen. Sie haben aber noch einen weiteren Effekt. Sie vermitteln Sicherheit. Versenden Sie weiterhin Newsletter, passen Sie jedoch Inhalte, wo nötig, an die aktuelle Situation an.

Informieren Sie zusätzlich durch sachliche Unternehmensinfo-Mailings, wie Sie in nächster Zeit erreichbar sind, auf welche Weise Projekte abgewickelt werden und betonen Sie auch ruhig, wenn sich nichts geändert hat, dass der Betrieb weiter läuft wie gewohnt. Achten Sie auf eine positive Ansprache und steigern Sie das Vertrauen, indem Sie aufzeigen, wie Sie als Unternehmen in diesen Zeiten auf die Gegebenheiten reagieren.

Content-Optimierung als Schlüssel für mehr Sicherheit

Content-Formen wie Text, Video o. ä. sind in der Krise der Schlüssel für konkrete Maßnahmen in der Kommunikation. Jetzt zählt mehr denn je, Kundenbindungen zu festigen und Vertrauen zu vermitteln. Nicht nur in der Krise, sondern auch für die Zeit danach.

Kommunikation sollte immer, aber aktuell besonders, offen und transparent sein. Sie informiert jetzt einerseits sachlich zu relevanten Themen wie Erreichbarkeit, Service oder Lieferzeiten. Andererseits bewährt sich in dieser Zeit der Einsatz von verschiedenen Content-Formen: Das können Live-Videos sein oder ein neues Podcast-Format, die digitale Übertragung Ihrer Messeveranstaltung oder Online-Trainingsangebote.

Textlicher Content schafft jetzt, was in solchen Situationen gebraucht wird: Er vermittelt Sicherheit, transportiert wichtige Informationen und sorgt dafür, dass Sie als Unternehmen präsent sind und bleiben. Egal ob er in Ihrer Anzeige, auf Ihren Social-Media-Kanälen, in B2B-Mailings oder als SEO-Text auf Ihrer B2B-Website eingesetzt wird. Unabhängig davon, welches Content-Format Sie einsetzen wollen, bei allen gilt: Achten Sie unbedingt darauf, Ihre Inhalte auf die aktuelle Situation und damit einhergehend auf die Anforderungen Ihrer Zielgruppe anzupassen.

Fazit

Wie sich diese Krise entwickelt ist unklar. Was wir aber wissen: B2B-Unternehmen müssen jetzt ihre Marketing-Strategien umstellen und sich selbst neu positionieren. B2B-Online-Marketing bietet Potenziale, die man nutzen sollte. Das gelingt mit angepassten Maßnahmen: auf der Website, bei Social Media, im E-Mail-Marketing sowie mit optimiertem Content und neuen Strategie bei SEO, SEA und der Leadgenerierung. Ganz besonders in Krisensituationen wie aktuell.