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​​Die Value Proposition im B2B​

Gastbeitrag von Kai Sievers
28.05.2025/von StephanieLaaber

Viele Unternehmen setzen in ihrer Kommunikation vor allem auf Produktmerkmale – doch das reicht heute nicht mehr aus. Was wirklich überzeugt, ist ein klar formuliertes Nutzenversprechen: die sogenannte Value Proposition. Sie beschreibt, welchen konkreten Mehrwert ein Unternehmen seinen Kund*innen bietet – aus Sicht der Zielgruppe, nicht des Produktkatalogs.

Eine kundenzentrierte Value Proposition, die auf echte Bedürfnisse, Herausforderungen und Erwartungen eingeht, schafft Vertrauen, Differenzierung und eine starke Marktposition. 

​​Kai Sievers, DYADIC Agency​ 
​​Geschäftsführer

​​Kai Sievers ist Experte für B2B-Kommunikation und Geschäftsführer der Agentur DYADIC, wo er Unternehmen seit 2015 bei strategischer Produktkommunikation, Kampagnen und Content unterstützt. Nach Stationen bei Siemens, im Einkauf und Marketing sowie in Spezialagenturen verfügt er über fundierte Erfahrung in Kommunikation und Marketing. Als freier Dozent gibt er praxisnahe Seminare zu Storytelling, CxO-Kommunikation und Social Media, die regelmäßig exzellentes Feedback erhalten.​ 

Inhaltsverzeichnis

  • Warum ist eine kundenzentrierte Value Proposition entscheidend? 
  • ​Die produktspezifische Sicht: Der umständliche Weg zu Value Proposition 
  • ​Der bessere Weg: Kundenzentrierte Value Proposition entwickeln 
  • ​Von der Strategie zur Umsetzung: So entstehen nachhaltige Value Propositions 
  • Mehr zum Thema

Warum ist eine kundenzentrierte Value Proposition entscheidend? 

Viele Unternehmen tun sich schwer, eine passgenaue Value Proposition für ihre Kunden und Kundinnen zu entwickeln – geschweige denn, diese wirkungsvoll zu formulieren. In der Praxis zeigt sich häufig, dass Unternehmen stattdessen ihr Produktportfolio in den Mittelpunkt stellen. Doch das reicht längst nicht aus, um Zielgruppen nachhaltig zu überzeugen.  

​Der Fokus auf die reine Produktdarstellung geht davon aus, dass Kund*innen von selbst erkennen, warum eine Lösung für sie relevant ist. Doch das ist eine Fehleinschätzung. Kaufentscheidungen, gerade im B2B, werden von weit mehr als reinen Produkteigenschaften beeinflusst:  

  • ​Welche Herausforderungen hat die Zielgruppe? 
  • Wie beeinflussen externe Faktoren die Wahrnehmung einer Lösung?                                    
  • ​Welche Emotionen, Erwartungen und Ängste spielen in den Entscheidungsprozess hinein?  

​Hier setzt eine kundenzentrierte Methode zur Entwicklung von Value Propositions an.

​Die produktspezifische Sicht: Der umständliche Weg zu Value Proposition 

​Der klassische Weg zur Value Proposition startet meist mit einer Auflistung der Produkteigenschaften. Unternehmen fragen sich: „Welche Features haben wir?“ und „Welche Mehrwerte lassen sich daraus ableiten?“.  

​Das Problem: Diese Perspektive bleibt in der Produktsicht verhaftet und ignoriert, was für die Kundschaft wirklich relevant ist. Die eigentlichen Treiber einer Kaufentscheidung, Bedürfnisse, Emotionen, Arbeitskontexte, bleiben unberücksichtigt. Wertversprechen werden oft generisch und austauschbar formuliert, weil sie nicht tief genug in die Welt der Zielgruppe eintauchen.  

​Das führt dazu, dass Unternehmen ihre Kommunikationsstrategie regelmäßig überarbeiten müssen, weil sie keine nachhaltige Grundlage für ihre Markenpositionierung schaffen.  

​Der bessere Weg: Kundenzentrierte Value Proposition entwickeln 

​1️. Persona-Analyse als Basis 

Man startet mit der Entwicklung detaillierter Personas der Entscheidungsträger, Entscheidungsträgerinnen und Buying Center in Unternehmen. Dabei analysieren Sie:  

​✔ Ihre geschäftlichen Herausforderungen  
✔ Ihre Entscheidungsprozesse  
✔ Die internen und externen Einflussfaktoren (z. B. Märkte, Trends, Regularien)  
✔ Ihre emotionalen und psychologischen Treiber 
 

​2️. Value Proposition auf Unternehmensebene denken 

​Anstatt rein produktspezifische Value Proposition zu entwickeln, geht es um übergeordnete Wertversprechen, die das gesamte Portfolio umfassen: 

​✔ Diese übergreifenden Value Proposition haben eine längere Halbwertszeit. 
✔ Sie bieten eine konsistente Basis für Kampagnen, Claims und Headlines. 
✔ Sie können in verschiedenen Kommunikationsformaten (z. B. Storytelling, Content-Marketing, digitale Touchpoints) flexibel ausgespielt werden.
 

​3. Value Proposition mit Storytelling verbinden 

​Eine überzeugende Value Proposition ist kein statisches Statement, sondern eine dynamische Erzählung. Man entwickelt Geschichten, die die Mehrwerte einer Lösung auf eine Art kommunizieren, die die Zielgruppe emotional einbindet. 
Denn in der digitalen Kommunikation gilt: Wer relevante Geschichten erzählt, gewinnt die Aufmerksamkeit seiner Kundschaft.
 

​Von der Strategie zur Umsetzung: So entstehen nachhaltige Value Propositions 

Dieser Ansatz führt Schritt für Schritt zu Value Propositions, die nicht nur eine Momentaufnahme sind, sondern langfristig wirken:  

​✅ Tiefgehendes Zielgruppenverständnis: Starten Sie mit einer Persona-Analyse und identifizieren Sie die zentralen Bedürfnisse und Entscheidungsfaktoren.  
✅ Kreative Exploration: Welche Mehrwerte sind für die Zielgruppe wirklich relevant? Welche Lösungen sprechen sie nicht nur rational, sondern auch emotional an?  
✅ Übersetzung in eine starke Value Proposition: Die entwickelten Wertversprechen werden so formuliert, dass sie präzise, differenzierend und überzeugend sind.  
✅ Integration in die Kommunikation: Die Value Proposition wird in Marketing, Vertrieb und Unternehmenskommunikation eingebettet – und immer wieder strategisch aktiviert. 
 

​Das Ziel: Value Proposition, die nicht nur beschreiben, sondern begeistern.  

 

​Quellen:  
​– Was ist eine Value Proposition? 
​– Value Proposition: Beispiele & Vorgehen – ROOTS Consultants 
​– Value Proposition – mehr Umsatz, mehr Erfolg   
​– Value Proposition Canvas – Dein Leistungsversprechen entwickeln​ 

 


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Schlagworte: B2B-Experten-Interviews, B2B-Marketing, Kommunikation, Kundenzentrierung, Persona-Analyse, storytelling, Value Proposition
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