Hype oder Gamechanger? Diese Social-Media-Trends prägen die Industrie 2026

In einer Zeit, in der Algorithmen immer präziser und KI-generierte Inhalte zur Massenware werden, stehen B2B-Unternehmen vor einer entscheidenden Frage: Welche Entwicklungen sind echte Wachstumstreiber, und was ist nur kurzlebiger Content-Lärm?

Wir haben mit Nemo über die Social-Media-Landschaft 2026 gesprochen und erfahren, wie die Industrie den Spagat zwischen technologischer Effizienz und menschlicher Glaubwürdigkeit meistert.

Nemo Tronnier
Mitgründer und Geschäftsführer, Social DNA

Nemo ist Mitgründer und Geschäftsführer von Social DNA. Als Full-Service-Agentur für Social Media mit strategischem Fokus erschließt Social DNA Potentiale im Bereich Social-Media-Marketing für internationale Mittelständler und Konzerne. Nemo ist ein erfahrener Speaker mit Vorträgen auf Konferenzen wie der AllSocial Marketing Conference, der Social Media Conference oder der Mercedes-Benz Social Media Night. Zudem ist er durch Trainings und Fachbeiträge bei T3N, OMR, Digital Bash, Marconomy sowie aus Presse und TV bekannt. Mit seinem Format „Social Media Schau“ informiert er jeden Freitag rund 20.000 Follower auf LinkedIn über aktuelle Social-Media-Trends.

 

bvik: Werfen wir einen Blick auf den aktuellen Trend-Radar. Welche Entwicklungen im B2B-Bereich sind 2026 gekommen, um zu bleiben, und was ist reine Hype-Blase?

Nemo: Der wichtigste Trend 2026 für B2B-Unternehmen ist das starke Wachstum von LinkedIn und Personenmarken. Wir sehen hier kein Sättigungsgefühl, sondern ein massives Wachstum durch Personal Branding auf C-Level-Ebene. Dass CEOs und die Geschäftsführung als Markenbotschafter auftreten, ist heute kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Was ich klar als Hype einordne, sind rein virtuelle KI-Influencer im Industriebereich. In einer Welt voller „AI Slop“ (minderwertiger KI-Inhalte) suchen Kunden nach echter Expertise. Ein Trend, der hingegen oft unterschätzt wird: Agilität in der Content-Erstellung. Wer 2026 noch drei Wochen für eine Freigabe braucht, verpasst die relevanten Trend-Wellen auf Kanälen wie Instagram oder TikTok komplett.

 

Welche Plattform-Trends sollten Industrieunternehmen 2026 auf dem Schirm haben? Wo lohnt sich das Investment?

LinkedIn bleibt das Rückgrat, aber der Trend geht klar zum „Multi-Channel-Ökosystem“. Für globale Player sind YouTube und Instagram weiterhin die wichtigsten Hebel für Reichweite und Employer Branding. Ein spannender Trend ist die Nutzung von TikTok als „Innovations-Labor“: Hier lernen B2B-Unternehmen, wie moderner, kurzweiliger Content funktioniert und übertragen dieses Wissen auf ihre Kernkanäle. Wer zudem tiefe Nischen-Communities erreichen will, sollte den Trend Richtung Reddit nicht ignorieren.

 

Generative KI ist überall. Wie nutzt man den Trend bei der Content-Produktion, ohne die Markenidentität zu verwässert?

Wir erleben gerade das „KI-Paradoxon“: KI macht es extrem einfach, viel Content zu erstellen, aber genau das führt zu einer Entwertung von Durchschnittsinhalten. Der Trend geht 2026 weg von der Masse, hin zur „Human-Led Quality“. KI dient als effiziente Infrastruktur für Recherche und Skalierung, aber die strategische Leitplanke und die finale kreative Instanz müssen menschlich bleiben. Marken, die nur auf Automatisierung setzen, riskieren ihre Glaubwürdigkeit.

 

Ein Riesenthema ist die Positionierung von Thought Leadern. Warum ist dieser Trend gerade jetzt so kritisch für den Erfolg? 

Weil Menschen Menschen vertrauen, nicht Logos. 2026 ist das Jahr der „Brand Ambassadors“ und Fachexperten. Der Trend geht weg von der klassischen Unternehmensseite als alleinigem Absender. Die erfolgreichsten B2B-Marken orchestrieren heute ein Zusammenspiel: Die Corporate Page liefert die Fakten, während die Corporate Influencer durch Meinung und Einblicke die Reichweite generieren. Das schafft eine Omnipräsenz, die im langen Sales-Zyklus der Industrie den entscheidenden Unterschied macht.

 

Bei den Content-Formaten sehen wir eine spannende Entwicklung weg von reinem „Snackable Content“. Was ist hier der Trend?

Interessanterweise erleben wir 2026 ein Comeback längerer, tiefgründiger Video-Formate. Auf Plattformen wie YouTube oder sogar TikTok funktionieren zwei- bis dreiminütige Erklärvideos hervorragend, wenn sie als Mini-Serie konzipiert sind. Der Trend geht zu „Serial Storytelling“. B2B-Unternehmen sollten nicht mehr in Einzelposts denken, sondern in Formaten, die eine Geschichte über Wochen hinweg erzählen und so eine loyale Community aufbauen.

 

Abschließend: Wie sieht der Trend bei der Lead-Generierung aus? Wie wird Social Media 2026 messbar?

Wir schauen nicht mehr nur auf Likes, Engagement Rate und Impressionen, sondern auf qualifizierte Signale und ROI driven KPIs. Durch die Kombination aus Vertrauensaufbau via Personal Branding und datengestütztem Advertising können wir Leads holistischer vorqualifizieren, falls ein modernen CRM im Einsatz ist. Social Media wird 2026 endgültig zum Full-Funnel-Tool, das den Vertrieb nicht nur unterstützt, sondern aktiv mit Insights füttert.

 


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