Hybride Messe

Was ist eine hybride Messe?

Eine hybride Messe ist mit voranschreitender Digitalisierung ein immer wichtiger werdendes Marketingtool. Hybrid bedeutet wörtlich „aus Verschiedenartigem zusammengesetzt, von zweierlei Herkunft“1. In der Automobilbranche ist der Begriff bereits seit mehreren Jahren bekannt und steht für den zweigeteilten Antrieb. Übertragen auf Messen, ist es eine Veranstaltung, die aus einem physischen Part und einer Onlinepräsenz zusammengesetzt wird. Sowohl die Besuchenden als auch die ausstellenden Unternehmen können dabei physisch vor Ort sein oder Online an der Veranstaltung teilnehmen und mit der jeweils anderen Seite kommunizieren. Wichtig ist dabei zu betonen, dass eine Interaktion zwischen den beiden Bereichen stattfindet. Das heißt, die Onlineteilnehmenden sind keine reinen Beobachtende der Veranstaltung, sondern nehmen aktiv daran teil.

Diese Entwicklung im Messebereich wurde durch die Covid-19 Pandemie und deren Einschränkungen massiv beschleunigt und ist nun nicht mehr aus der Messewelt wegzudenken.

Möglichkeiten der digitalen Verlängerung

Gerade der neuartige digitale Bereich der Messen ist vielfältig und entwickelt sich stetig weiter. Bei einer hybriden Messe kann der digitale Bereich im Vorfeld genutzt werden, um Besuchende und Ausstellende auf die Messe einzustimmen, sie anzuteasern und einen Ausblick zu liefern. Während der Messe wird über eine Plattform kommuniziert. Es werden Live-Vorträge gestreamt und es findet ein Austausch unter den Teilnehmenden statt. Diese können jeweils Online oder Onsite partizipieren. Im Nachgang wird ausgewähltes Material den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt. Hierbei handelt es sich lediglich um einen Ausschnitt der weitreichenden Möglichkeiten.

 

Bildquelle: MEPLAN GmbH

Vorteile der hybriden Messe zur reinen Präsenzmesse

Durch die Erweiterung in die digitale Welt, erstreckt sich die Benutzererfahrung in eine neue Dimension und es entsteht ein ganz neues Messeerlebnis. Jeder Besuchende und jedes ausstellende Unternehmen kann sich entscheiden, ob sie persönlich an der Veranstaltung teilhaben möchten, oder sich online zuschalten.

Die hybride Messe bringt für alle Seiten Vorteile mit sich. Sowohl Teilnehmende als auch Besuchende und Veranstaltende sind flexibler, können mehr nachverfolgbare Kontakte generieren und ihren Markenauftritt verlängern. Durch die stetige Weiterentwicklung in der Digitalisierung ergeben sich zusätzlich immer neue Möglichkeiten.

Ein weiterer Vorteil ist die steigende Flexibilität. So fallen womöglich Reisetätigkeiten weg, und es kann dennoch an der Messe teilgenommen werden. Dies gibt mehr Menschen die Möglichkeit teil zu haben und dennoch muss keiner den persönlichen Austausch missen.

Herausforderungen

Eine besondere Herausforderung bei hybriden Messen besteht darin, beide Ebenen miteinander zu verknüpfen. Das beginnt bereits beim Design des Messestandes bzw. dem digitalen Markenauftritt. Dieser sollte sowohl für onsite Besuchende als auch für online Teilnehmende interessant und ansprechend designt werden. Ebenso muss Technik vorhanden sein, um miteinander zu kommunizieren.

Hybride Hallenaufplanung

Zusätzlich zu den Ständen der ausstellenden Unternehmen sind die Foren und Cateringflächen ein wichtiger Faktor und Kontaktpunkt auf Präsenzmessen. Auch diese können hybrid dargestellt werden. Zum Beispiel können Foren Online Live streamen und wiederum einzelne Vorträge nach der Messe verfügbar machen. Andersherum kann auch der Speaker im Forum Online zugeschaltet sein und die Besucher hören in Präsenz zu.

 

Quellen:

https://www.duden.de/rechtschreibung/hybrid_gemischt

Handbuch Messe-, Kongress- und Eventmanagement; Stefan Luppold (Hrsg.) – S. 120 – 122

Autorin:

Juliane Busch, Junior Marketing Managerin, MEPLAN GmbH


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Weiterführende Inhalte

 

Content-Marketing-Zirkel im B2B

Der Content-Marketing-Zirkel

Der Content-Marketing-Zirkel (auch: Zyklus oder Kreislauf) stellt das für Content-Marketing charakteristische systematische und iterative Vorgehen in Form eines nie endenden, fortlaufenden Prozesses dar. Ziel ist dabei sowohl die kontinuierliche Optimierung des für die Zielgruppen produzierten und bereitgestellten Contents im Hinblick auf Qualität, Mehrwert und Auffindbarkeit als auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Content-Marketing-Strategie.

Der Content-Marketing-Zirkel umfasst im Wesentlichen sechs Einzelschritte, die von der Analyse und dem Content-Audit über die Entwicklung einer Content-Strategie, der Planung und Produktion des Contents sowie seiner Distribution bis hin zur Erfolgsmessung bzw. Evaluation reichen.

Die einzelnen Schritte des Zirkels sind dabei nicht isoliert zu betrachten, sondern weisen starke Abhängigkeiten untereinander auf. So bilden beispielsweise die in der Strategieentwicklung festgesetzten Ziele und KPI’s die Grundlage für die Evaluation. Im Rahmen eines übergreifenden Content-Managements laufen die den einzelnen Schritten zuordenbaren Aktivitäten zudem oft zeitgleich ab – etwa weil sich einzelne Content-Elemente in unterschiedlichen „Phasen“ befinden.

Trotzdem bauen die verschiedenen Schritte methodisch aufeinander auf. Als „Tool“ bietet der Content-Marketing-Zirkel deshalb eine Orientierung für den idealtypischen Ablauf systematischen Content-Marketings.

 

Content-Marketing-Zirkel

Bildquelle: Commha Consulting GmbH & Co. KG

Die 6 Schritte des Content-Marketing-Zirkels

Analyse und Audit

Am Anfang des Prozesses steht eine eingehende Analyse der Ausgangssituation – einschließlich der Zielgruppen- und Wettbewerbsanalyse. Der bereits vorhandene Content wird im Content-Audit gesichtet und bewertet.

Strategie und Konzeption

Aufbauend auf der Analyse wird eine übergreifende Strategie entwickelt. Diese beruht wesentlich auf der Entwicklung von idealtypischen Personas und entsprechender Customer Journeys. Hier werden messbare Ziele und Zielgrößen (Kennzahlen) definiert. Außerdem werden Budget und Ressourcen geplant.

Planung und Prozesse

Zentraler Bestandteil jeder Content-Strategie ist das Identifizieren und Planen von Themen und Content. Dies geschieht in der Regel im Team. Klar definierte Zuständigkeiten und Prozesse erleichtern dabei die Produktion und auch Automatisierung von Vorgängen.

Redaktion und Produktion

Die Produktion von Content bildet den Schlüsselprozess des Content-Marketing-Zirkels. Im Zentrum steht dabei immer der Mehrwert, den der Content der jeweiligen Zielgruppe bietet. Durchgängig wird dabei nicht auf ein einzelnes Format (z.B. Text), sondern eine Vielfalt von Formaten gesetzt. In diesem Zusammenhang ist auch Content-Recycling ein wichtige Option – etwa um Ressourcen zu sparen.

Publikation und Seeding

Im nächsten Schritt folgt die Distribution des Contents in den für die Zielgruppe relevanten Kanälen. Beispiele für solche Kanäle sind Social Media Sites, aber auch Landing Pages oder Newsletter. Kooperationen mit anderen Unternehmen oder Portalen bieten eine weitere Möglichkeit, den eigenen Content breiter zu streuen.

Evaluation und Optimierung

Unerlässlich sind die kontinuierliche Evaluation und Bewertung des eigenen Content-Marketings unter Zuhilfenahme von Kennzahlen. Mithilfe von Analyse-Tools wird gemessen, ob die in der Strategie festgelegten Ziele tatsächlich erreicht wurden und welcher Content besonders erfolgreich war. Die so gewonnenen Erkenntnisse bilden wiederum die Basis für weitere Optimierungen.

Leseempfehlung

Eschbach, I. (2017): Content Marketing – Das Workbook. MITP-Verlag, Bonn.
Löffler, M. und Michl, I. (2020): Think Content! Rheinwerk Computing, Bonn.

B2B-Glossar: „Content-Marketing“

 


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Datengetriebenes Management

Was ist datengetriebenes Management?

Der Begriff beschreibt eine Organisationsform, die rollierend und kontinuierlich jede und jegliche operative und strategische Fragestellung auf der Grundlage von validen, objektiven und belegbaren Zahlen diskutiert, evaluiert und darauf aufbauend über die nächsten Maßnahmen entscheidet.

Das Ziel des datengetriebenen Managements (nachfolgend als „DGM bezeichnet) besteht in der Einhaltung der ökonomischen Grundprinzipien – nämlich der nachhaltigen Sicherung des Fortbestandes einer Organisation. Konkret bedeutet das Risikominimierung, Effektivitätsoptimierung und Rentabilitätsmaximierung. Datengetriebenes Management zielt insgesamt ab auf die Erreichung des Zustandes der prädiktiven Intelligenz.

Vor diesem Hintergrund definieren wir DGM wie folgt:

„Datengetriebenes Management ist der Prozess, bei dem zunächst Daten aus der Vergangenheit einer Organisation aus Quellen gesammelt, validiert und verknüpft werden. Anschließend werden sie mithilfe von definierten und validierten Algorithmen verarbeitet und dynamisch auf die Zukunft hin hochgerechnet. Mittels variabler Parameter im Sinne von Annahmen und Eintrittswahrscheinlichkeiten für kurz-, mittel- und langfristige Unternehmensführung können diese angereicherten Daten nun modelliert und so aufbereitet werden, dass sie der Organisation 24/7 zur Verfügung stehen. Auf dieser verlässlichen Datenbasis gelingt die Optimierung der ökonomischen Grundprinzipien.“

Entwicklungsstufen von datengetriebenem Management

Bis eine Organistation wirklich auf Basis von Daten gesteuert wird, durchläuft sie meist einen längeren Prozess, der nachfolgend prototypisch beschrieben wird.

 

Stufen dese datengetriebenen Managements

 

Reaktiv-statische Geschäftsanalytik

Dieses erste Stadium ist gekennzeichnet durch hohe Kosten für Daten, lange Wartezeiten und eine geringe Validität und Reliabilität hinsichtlich der Aussagekraft der Daten. In den meisten Fällen geben Unternehmen erforderliche Analysen und Studien extern in Auftrag und verwenden diese nur einmal. In aller Regel fließen sie danach keiner weiteren Verarbeitung oder Verwendung im Unternehmen zu.

Proaktiv-situative Geschäftsanalytik

Auf dieser Ebene wird Business Analytics nicht mehr nur reaktiv verwendet. Erstmals nutzen Entscheider Datenanalysen auch proaktiv in Bezug auf spezifische Situationen und Fragestellungen. Dies bedingt jedoch, dass in den Unternehmen selbst bereits Daten vorhanden sind und dort auch validiert, aufbereitet, aber auch gepflegt werden.

Interaktiv-dynamische Geschäftsintelligenz

Auf dieser Stufe wird die DGM-realisierende Abteilung laufend in alle operativen und strategischen Maßnahmen der Unternehmensführung eingebunden. Mittlerweile ist also ein intensiver Austausch und Dialog mit den verschiedenen internen Kundengruppen entstanden. Das Ergebnis daraus kann auf Basis von Daten aus der Vergangenheit in Echtzeit entsprechende Auswertungen und Übersichten liefern, die zur fundierten und ertragsoptimierten Unternehmenssteuerung herangezogen werden.

Dynamisch-modellierende vorausschauende Intelligenz

Wer hier angelangt ist, steuert seine Prozesse auf einem völlig neuen professionellen Level im Vergleich zu Stufe 1. Die dynamisch-modellierende prädiktive Intelligenz verbindet inhaltlich alle relevanten internen und externen Datendimensionen zu einem 360°-Blickwinkel. Dieser Rundumblick kann zudem dynamisch über flexibel anpassbare Zeiträume gerechnet und kalkuliert werden. Der entscheidende Unterschied zu den beiden ersten Stufen des Reifegradmodells ist die Kompetenz der interpretativen und schließenden Intelligenz. Diese liefert nicht nur Analysen und Auswertungen vergangener Projekte, sondern ermöglicht durch Einbindung von selbstlernenden Anwendungen, Instrumenten und Technologien auch konkrete Zukunftssimulationen. Dabei geht es nicht nur um eine Aussage über Eintrittswahrscheinlichkeiten von zukünftigen Ereignissen, sondern auch deren optimale angewandte operative Ausgestaltung.

 

Reifegradmodell DGM

 

Die Vorteile von datengetriebenem Management

Der Nutzen und die Vorteile von DGM liegen auf der Hand, wenn man das Reifegradmodell verstanden hat: Wenn DGM authentisch und stringent in einer Organisation aufgesetzt und umgesetzt wird, kann damit und auf Basis der sich daraus ableitenden prädiktiven Intelligenz nachweislich der Auftragseingang durch bessere und präzisere Ansprache von potenziellen und bestehenden Kunden signifikant erhöht werden. Doch nicht nur das: Auch der Return on Sales (RoS) wird damit optimiert.

Allein für den Bereich Marketing und Vertriebsunterstützung im Sinne des Verkaufserfolgs können folgende Vorteile, die im Rahmen einer Studie mit mehr als 1000 Unternehmen erhoben wurden, abgeleitet werden:

DGM …

  • steigert die Einnahmen der Website um 10 Prozent
  • erhöht die E-Mail-Klickraten um 35 Prozent
  • optimiert die E-Mail-Konvertierungsraten um 25 Prozent
  • reduziert die Verkaufszykluszeiten um 12 Prozent
  • erhöht die Verkaufsquote um 24 Prozent und mehr
  • hebelt den Vertrieb um 12 Prozent

Die Ziele von datengetriebenem Management

  • Einen Schritt voraus sein: dem Wettbewerb in Bezug auf Märkte, Wettbewerber, Kanäle und Verhaltensweisen
  • Bessere Vorhersagen treffen: für effiziente Geschäfts-, Kapazitäts- und Ressourcenplanung
  • Den Auftragseingang erhöhen: durch bessere Leadumwandlungsraten, kürzere Verkaufszyklen und höhere Auftragseingänge aufgrund eines besseren Kunden- und Marktverständnisses

Betrachtet man allgemein gültige organisationale Strukturen und setzt Marketing damit in Bezug als einen nur kleinen Teil davon, so wird der Hebel der Erweiterung von prädiktiver Intelligenz auf das gesamte Feld der Unternehmenssteuerung sehr schnell in seinem gesamten Ausmaß nachvollziehbar. Jegliche Entscheidung im Rahmen der Unternehmensführung kann durch prädiktive Intelligenz immer präziser vorausgesagt und als eine höchst valide Grundlage für zu treffende Management Entscheidungen herangezogen werden.

 

Quellen:

Forbes (2013): A Very Short History of Data Science. Gil Press.

Freeform Dynamics Ltd. (2020): The Road to Becoming A Data-driven Business – Research Report. London.

Rifkin, J. (2019): Der globale Green New Deal: Warum die fossil befeuerte Zivilisation um 2028 kollabiert – und ein kühner ökonomischer Plan das Leben auf der Erde retten kann. Campus Verlag, Frankfurt am Main.

Seebacher, U. (2021). Datengetriebenes Management – Wie Sie die richtigen Grundlagen lagen, bevor Sie mit Business Intelligence durchstarten können. Heidelberg: Essential Serie, Springer.

Seebacher, U. (2020a): Praxishandbuch B2B Marketing – Neueste Konzepte, Strategien und Technologien sowie praxiserprobte Vorgehensmodelle – mit 11 Fallstudien. Springer Ver-lag, Heidelberg.

Seebacher, U. (2020b): Template-based Management – Ein Leitfaden für eine effiziente und wirkungsvolle berufliche Praxis. AQPS Inc., Graz.

Seebacher, U. (2021). Predictive Intelligence für Manager – Der einfache Weg zur datengetrie-benen Unternehmensführung – mit Self-Assessment, Vorgehensmodell und Fallstudien. Springer Verlag, Heidelberg.

 


Weiterführende Inhalte

Lookalikes

Was sind B2B-Lookalikes?

Als B2B-Lookalikes, Digitale Zwillinge oder einfach „Ähnliche Firmen“ bezeichnet man in der Regel Unternehmen, die gleiche oder ähnliche Attribute wie die eingegebenen Unternehmen vorweisen. Solche Lookalikes werden mithilfe von Künstlicher Intelligenz generiert. Als Grundlage werden meistens beliebte Bestandskunden oder Unternehmen aus der Zielgruppe verwendet.

B2B-Lookalikes richtig einsetzen

B2B-Lookalikes eignen sich hervorragend, um die eigene Zielgruppe weiter zu definieren oder zu erweitern. Selbst dann, wenn Sie denken, Sie kennen Ihre Zielgruppe bereits in- und auswendig, können digitale Zwillinge Ihren Blick weiten und neue Verkaufspotenziale bereithalten.

Selbstverständlich werden Lookalikes auch gerne zur Leadgenerierung eingesetzt – wenn Sie beispielsweise Ihre Bestandskunden als Datengrundlage nehmen, können Sie relativ sicher sein, dass dabei hochwertige neue Leads herauskommen!

Digitale Zwillinge sind entsprechend auch sehr hilfreich bei der Gestaltung Ihrer Ad-Kampagnen oder für Content-Marketing – Sie kennen Ihre Zielfirmen und können diese direkt targetieren. Auch für die anschließende Kaltakquise oder Social-Selling eignen sich B2B-Lookalikes hervorragend. Gerade in Social Media bieten viele Plattformen eine sogenannte „Lookalike Audience“-Funktion an (z.B. LinkedIn und Facebook), mit der Sie Werbung an Ihre Zielgruppe ausspielen können – auch hier können Ähnliche Firmen zum Einsatz kommen!

Mit welchen Daten werden B2B-Lookalikes generiert?

Sie können B2B-Lookalikes aus verschiedenen Daten generieren. Entweder aus wenigen, einzelnen Unternehmen oder aus Unternehmenslisten. Die wichtigsten “Datengrundlagen” auf einen Blick:

  • Ihren Bestandskunden & Neukunden
  • Leads bzw. Lead-Listen
  • Webseitenbesucher
  • Ausgewählte Zielunternehmen
  • Weitere, für Sie spannende Unternehmen

Dabei sollten Sie bedenken, dass die Lookalikes am präzisesten und passendsten sind, je genauer Ihre eingegebenen Daten sind. Aus diesem Grund wird empfohlen B2B-Lokkalikes zu guten Bestandskunden zu erstellen.

Vorteile von B2B-Lookalikes

B2B-Lookalikes bieten eine Reihe an Vorteilen. Wenn Sie beispielsweise digitale Zwillinge zu Ihren besten Bestandskunden erstellen, können Sie davon ausgehen, dass die Lookalikes mit den gleichen Pains zu kämpfen haben und daher auf die gleichen Use Cases im Verkaufsprozess anspringen werden.

Abgesehen davon spart die Suche nach Ähnlichen Firmen natürlich auch Zeit und Ressourcen – Sie müssen weder aufwändig nach passenden Zielfirmen recherchieren, noch Mitarbeiter auf die Suche ansetzen. Auch die Leadqualifizierung wird einfacher, da Sie bereits qualitativ hochwertige Leads durch die Lookalikes generiert haben.

Selbstverständlich können Ihnen Lookalikes auch dazu dienen, Ihre Mitbewerber kennenzulernen, wenn Sie zu sich selbst eine “Ähnliche Firmen”-Suche starten! Am Ende können Sie sich allerdings einen zeitlichen Vorsprung gegen eben jene Mitbewerber schaffen, wenn Sie B2B-Lookalikes gezielt einsetzen.

Mithilfe von B2B-Lookalikes können Sie außerdem Ihre Marketing-Kampagnen und Sales-Aktivitäten zielgerichteter gestalten – egal, ob im Account Based Marketing oder in der Kaltakquise! Dadurch, dass Sie schon vieles über die digitalen Zwillinge wissen, können Sie sie direkt targetieren.

 

Quellen:

https://www.echobot.de/sales-blog/b2b-sales/aehnliche-firmen-finden-lookalikes/ (Stand: 18.3.2021)

https://leadcrunch.com/b2b-lookalike-audiences/ (Stand: 18.3.2021)

https://www.datamaticsbpm.com/blog/how-to-expand-your-target-search-with-b2b-lookalike-audience/ (Stand: 18.3.2021)

 


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Gendergerechte Sprache

Gendergerechte Sprache

Was bedeutet gendern bzw. gendergerechte Sprache?

Gendergerechte Sprache bedeutet, alle Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht – anzusprechen. Denn das generische Maskulinum und zahlreiche Berufsbezeichnungen wie „Feuerwehrmann“ oder „Putzfrau“ zeigen, dass unser Sprachgebrauch bis heute männlich und von stereotypen Klischees geprägt ist. Gendergerechte Sprache bringt eine Gleichstellung der Geschlechter in Wort und Schrift zum Ausdruck und dient der Gleichbehandlung von Frauen und Männern sowie der Akzeptanz von Trans- und Intersexualität. Die Anwendung wird oft auch als „Gendern“ bezeichnet.

Warum sollten B2B-Unternehmen gendern?

Die Art und Weise wie unsere Gesellschaft kommuniziert, prägt unsere Sichtweisen und Einstellungen. Zwar wird Gendern nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber ein Trend zur gendergerechten Sprache ist deutlich zu beobachten: So hat beispielsweise der Duden in seinem Online-Auftritt das generische Maskulinum mittlerweile abgeschafft. Wird das Sprachverhalten neuen Alltagsrealitäten und Rollenverteilungen angepasst, verschwinden stereotypen Klischees. Zudem wird so Akzeptanz und Vielfalt gefördert. Damit tragen B2B-Unternehmen, die gendergerecht kommunizieren, zur Gleichbehandlung und Gleichstellung von Männern und Frauen bei, stärken ihre CSR-Strategie und schärfen gleichzeitig ihre Unternehmens- und Arbeitgebermarke. Mit der zeitgemäßen Kommunikation können Wettbewerbsvorteile geschaffen werden – sowohl im Vertrieb als auch im Recruiting.

Welche Möglichkeiten gibt es, um zu gendern?

Es gibt viele Möglichkeiten, zu gendern – und jede hat ihre Vor- und Nachteile. Unternehmen sollten sich daher für einen Weg entscheiden und diesen einheitlich umsetzen.

Individualisieren

Dazu zählt beispielsweise die direkte Ansprache in Briefen und E-Mails. Die Geschlechts- und Genderidentität der adressierten Person wird hier meist automatisch berücksichtigt. Werden Leser*innen in Texten zu einer Aktion aufgefordert („Registrieren Sie sich hier.“), kann ein aktives Gendern ebenfalls vermieden werden. Es sollte zudem in Fließtexten darauf geachtet werden, Berufsbezeichnungen und Formulierungen individuell an das jeweilige Geschlecht anzupassen.

Neutralisieren

Für zahlreiche Bezeichnungen gibt es geschlechtsneutrale Formen, beispielsweise „Fachkraft“ statt „Experte“. Daneben helfen Pluralformen wie „Interessierte“, geschlechtsspezifische Begriffe zu vermeiden. Anhand von Verben können zudem geschlechtsneutrale Begriffe gebildet werden („Studierende“ statt „Studenten“).

Ausschreibungen

Können Begriffe nicht genderneutral dargestellt werden, müssen sie im männlichen und weiblichen Genus ausgeschrieben werden. Diese Herangehensweise ist in der Praxis allerdings oft mit langen Sätzen verbunden, z. B. bei „Kolleginnen und Kollegen“.

Kurzformen

Um lange Sätze zu vermeiden, bieten sich in der gendergerechten Sprache Kurzformen an. Auch hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie beispielsweise den Doppelpunkt („Chef:in“), den Gendergap („Chef_in“), das Binnen-I („ChefIn“) oder den Genderstern („Chef*in“). Letzterer wird mittlerweile am häufigsten genutzt und symbolisiert Vielfalt und Offenheit, da er auch Menschen anspricht, die sich außerhalb des binären Geschlechtssystem identifizieren.

Gendern im gesprochenen Wort

Nicht nur im Text, auch beim Sprechen kann gegendert werden. Genau wie im geschriebenen Wort gibt es hier die lange, ausgesprochene Form. Etwas mehr Übung als die Formulierung „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ brauchen dahingegen die gesprochenen Gendergaps. In diesem Fall wird eine kurze Pause zwischen Wortstamm und weiblicher Endung gemacht, beispielsweise bei „Bürger [Pause] innen“. Alternativ kann natürlich in Gesprächen immer auf direkte Anreden oder geschlechtsneutrale Wörter zurückgegriffen werden.

 


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Markenwert und Markenbewertung

Markenwert und Markenbewertung im B2B

Warum eigentlich Marke und wie entsteht Markenwert

Markenwert und Markenbewertung sind zwei wertvolle Werkzeuge. Wurde die Marke lange Zeit als reines Kennzeichen interpretiert, so lässt sie sich im heutigen Wirtschaftsgeschehen gezielt als strategisches und finanzielles Mittel zur Performancesteigerung eines Unternehmens einsetzen. Für jedes Unternehmen stellt eine, in der relevanten Zielgruppe starke und absatzfördernde, Marke einen wesentlichen Werttreiber dar.

Good to know: Marke = Wert
Marke schafft Wert – und das nicht zu knapp! Durchschnittlich macht die Marke mehr als 30 Prozent des Unternehmenswertes aus.
(BIESALSKI & COMPANY Benchmark-Datenbank).

Der aus der Marke resultierende monetäre Wert entsteht im Kern aus der zielgruppenseitigen positiven Wahrnehmung und Wertschätzung gegenüber der Marke. Das führt dazu, dass sich für ein Angebot ein höherer Verkaufspreis und/oder eine Präferenz für ein Produkt und somit mehr Verkaufsmenge realisieren lässt. Aufgrund dessen ist die Marke in der Lage einen auf sie zurückzuführenden Mehr-Gewinn zu erzielen, der nicht realisierbar wäre, wenn der Markeninhaber die Marke nicht besitzen würde. Die Marke stiftet also einen finanziellen Erfolgsbeitrag für ein Unternehmen.

Um diesen Wert zu quantifizieren gibt der IDW Standard 5 (IDW S5) im Grundsatz das Bewertungsgerüst für immaterielle Vermögensgegenstände vor. Anhand dessen Vorgaben und Bewertungsmethoden, lässt sich ein monetärer Wert für eine Marke ermitteln (Markenbewertung).

Begriff, Hintergrund und Zielsetzung einer Markenbewertung

Die Markenbewertung ist im Verständnis vergleichbar zu einer Unternehmensbewertung. Das Ziel einer Markenbewertung ist, die Marke als immateriellen Vermögenswert mit einem finanziellen Wert zu hinterlegen, dem sogenannten Markenwert. Dieser Markenwert (englisch „Brand Equity“) ist definiert als die Summe des über die Marke generierten Gewinns beziehungsweise Cash-Flows.

Die nach IDW S5 empfohlene Methode zur Bewertung einer Marke auf Produktebene ist die „Mehrgewinnmethode“. Diese beantwortet die Frage, welcher Mehr-Preis und/oder welche Mehr-Menge durch die Marke erzielt werden kann.

Besonderheiten einer Markenbewertung

Die Besonderheit einer Markenbewertung liegt darin, dass nicht nur eine finanziell-orientierte, sondern auch eine verhaltenswissenschaftliche Komponente bei der Wertermittlung der Marke berücksichtigt werden sollte.

Finanzielle Wertermittlung

Die finanzorientierte Sichtweise begreift eine Markenbewertung als die Quantifizierung der monetären Erfolgsgröße für eine Marke. Im Rahmen der im IDW aufgeführten kapitalwertorientierten Methoden (wozu auch die „Mehrgewinnmethode“ zählt) wird hierfür der Barwert aller zukünftigen Cash-Flows, die der Markeninhaber über die Marke erwirtschaften kann herangezogen und wie bei einer herkömmlichen Unternehmensbewertung zum Stichtag abgezinst.

Verhaltenswissenschaftliche Wertermittlung

Verhaltenswissenschaftlich wird ebenfalls die Sicht der Zielgruppe beziehungsweise Konsumenten in die Markenbewertung integriert. Faktoren wie Wertschätzung, Vertrauen oder Attraktivität einer Marke spielen eine elementare Rolle bei der Wertgenerierung über die Marke. Der verhaltensorientierte Markenwert beziehungsweise die sogenannte Markenstärke entsteht aus der holistisch differenzierenden Wirkung der Marke auf die Zielgruppe. Sie ist das Abbild der gesamten zielgruppenseitigen Erfahrungen mit der Marke, des Wissens über die Marke und der Einstellung zu einer Marke.

Der Preis als Indikatorgröße

Eine in der Praxis etablierte Indikatorgröße um beide Perspektiven zu vereinen ist der Preis. Im Zusammenhang der Markenbewertung wird er als der finanzielle Betrag verstanden, der beim Erwerb eines Produktes oder einer Dienstleistung zu entrichten ist. Zudem bildet er die zielgruppenseitige Bereitschaft ab, ein bestimmtes Produkt zu kaufen, wenngleich vergleichbare Produkte (in Qualität/Leistung) verschiedene Preise aufrufen.

Der Preis hat zwei Kernfunktionen, die für die Bewertung der Marke relevant sind. Einerseits ist er die Gegenleistung von einem zusätzlichen Nutzen eines Markenprodukts, das sich die Zielgruppe verspricht. Andererseits ein Spiegelbild des in der Zielgruppe verankerten Markenimages, der sich im Kaufentscheidungsprozess von der Marke beeinflussen lässt. Beim Kauf des Markenprodukts realisiert der Markeninhaber also einen zusätzlichen Gewinn über die Marke, das sogenannte Preispremium. Dieses wird als die Preisdifferenz zwischen der zu bewertenden Marke und Peer-Group Marken aufgrund der individuellen Vorzüge der Zielgruppe definiert.

Unter Abgrenzung der markenrelevanten Umsätze und Kosten kann über das Preispremium, als den prozentual auf die Marke entfallenden Anteil am gesamten Cash-Flow des Unternehmens, der Markenwert ermittelt werden.

Praktische Anlässe für eine Markenbewertung

Die Anlässe für eine Markenbewertung können sowohl strategische, finanzielle, steuerliche als auch rechtliche Hintergründe haben. Um nur einige davon zu nennen, zeigt die nachfolgende Darstellung die Vielfalt an potenziellen Gründen für eine Markenbewertung.

Strategische Anlässe

  • Aufdeckung von Werttreibern und Markenpotenzialen
  • Evaluierung der Zielgruppenwertschätzung (Preisbereitschaft)
  • Marken-Controlling zur Budget-Allokation und Erfolgskontrolle von Werbe-/ Kommunikationsmaßnahmen
  • Ermittlung von Dehnungspotentialen (z. B. Erschließung verschiedener Preissegmente)
  • Optimierung des Markenportfolios (z. B. Dachmarken-Strategie)
  • Bewertung der Position im Markt/Wettbewerb
  • Markenwert-KPI als Vergütungsgrundlage für das Management

Finanzielle Anlässe

  • Übertragung der Markenrechte (Kauf/Verkauf)
  • Ermittlung des Wertanteils als Teil der Unternehmensbewertung
  • Absicherung von Fremdkapital (in Form der Sicherungsabtretung)
  • Evaluierung einer angemessenen Markenlizenzrate
  • Bestimmung interner Verrechnungspreise
  • Sacheinlage zur Gründung (z. B. von Tochtergesellschaften/Joint Ventures)
  • Due-Dilligence Aktivitäten
  • Bilanzielle Aktivierung als immaterielles Vermögen
  • Schaffung von Investorenanreizen (z. B. bei IPO)

Steuerliche Anlässe

  • Überprüfung der Angemessenheit einer Lizenzrate
  • Steueroptimierte Verschiebung von Markenrechten (konzernintern)

Rechtliche Anlässe

  • Schadensermittlung bei Markenrechtsverletzungen (Quantifizierung der Höhe des Schadensersatzes)
  • Bestimmung eines Vergleichswertes im Rechtsstreit
  • Pfändung der Markenrechte

 

Quellen:

  • Diller, Hermann, Preispolitik, 2. Auflage, Stuttgart, 1991
  • Hermann, Simon, Preismanagement – Analyse – Strategie – Umsetzung, 2. Auflage, Wiesbaden 1992
  • Maretzki, Jürgen, Preisorientierte Markenwertmessung, Wiesbaden, 2001
  • Meffert, Heribert/Burmann, Christoph/Koers, Martin, Markenmanagement – Identitätsorientierte Markenführung und praktische Umsetzung, 2. Auflage, Wiesbaden, 2005
  • Günther, Bentele/Mark-Steffen, Buchele/Jörg, Höpfner/Tobias Liebert, Markenwert und Markenwertermittlung, 3. Auflage, Wiesbaden, 2009
  • Pauly-Grundmann, Denise, Markenbewertung – Der objektivierte Markenwert unter besonderer Berücksichtigung des Income Approach, Frankfurt am Main, 2010
  • Holtz, Anthony, 5-Phasen-Methode der Markenbewertung, Wiesbaden, 2012
  • Biesalski, Alexander/Kilian, Karsten, Markenwert – Quo Vadis?, Absatzwirtschaft, 11/2015
    (https://www.biesalski-company.com/wp-content/uploads/2022/01/Absatzwirtschaft_Biesalski_Company_Markenwert_quo_vadis.pdf)
  • Senger, Thomas/Brune, Jens Wilfried, Beck’sches IFRS-Handbuch: Kommentierung der IFRS/IAS, 5. Auflage, München 2016
  • PricewaterhouseCoopers International (Jäger, Rainer/Dawid, Roman/Krostewitz, Andreas/Appel, Hilde/Rossmanith, Vivien) in Kooperation mit der Universität Hamburg (Sattler, Henrik), Markenstudie 2019 – Marken und Markenbewertung im Zeitalter der digitalen Transformation, Oktober 2019
  • Kur, Anette/von Bomhard, Verena/Albrecht, Friedrich, Beck´scher Online-Kommentar Markenrecht, 20. Edition, Stand 01.01.2020, München, 2020
    (https://beck-online.beck.de/?vpath=bibdata/komm/BeckOKMarkenR_20/cont/BECKOKMARKENR.htm)

Corporate Identity

Was ist Corporate Identity?

Unter CI, wie Corporate Identity abgekürzt wird, versteht man ein Konzept, wie sich ein Unternehmen nach außen und auch intern unternehmensweit (hier öfter als Corporate Image bezeichnet) präsentiert und sich anhand von eindeutigen Merkmalen von anderen unterscheidet. Einfach gesagt geht es darum, wie die Firma (oder manchmal auch Einzelpersonen) von außen wahrgenommen werden (möchten). Das einheitliche Auftreten und die Vermittlung des Selbstbildes des Unternehmens stehen hier stets im Vordergrund.

Die CI wird meist als Oberbegriff verwendet. Da folgerichtig mehrere Ansätze zu einem Gesamtbild führen, werden diese Charakteristika daher meist in 3-4 Unterbereiche aufgeteilt. Corporate Identity ist wie ein roter Faden, der sich durchgängig durch das gesamte Unternehmen zieht. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die CI als strategischer Maßnahmenkorb anzusehen ist, mit dem sich ein Unternehmen auszeichnet und repräsentiert.

Warum braucht man Corporate Identity?

In erster Linie, um sich am Markt klar zu präsentieren und um sich von anderen abzuheben. Ein einheitliches Auftreten und die Wahrnehmung als kompaktes, geschlossenes Unternehmen steigern das Ansehen auf dem Markt. Mithilfe eines aussagekräftigen Corporate Design sticht man unter möglichen Mitbewerbern hervor und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Die CI trägt dazu bei, das Unternehmen auf ein bestimmtes Ziel hin auszurichten bzw. die Intention in diese Richtung zu verstärken. Das Image der Firma kann mit einem ansprechenden CI einen positiven Eindruck vermitteln.

Bestandteile der Corporate Identity

Corporate Design (CD)

Das Corporate Design ist eine der wichtigsten Säulen der CI, da es dem Betrachter als Erstes auffällt. Hier ist das visuelle Erscheinungsbild des Unternehmens gemeint. Darunter fallen Bereiche wie das Firmenlogo, Visualisierungen in der Werbung, Onlineauftritte, aber auch interne Merkmale wie Briefkopf, Visitenkarten oder Präsentationsfolien. Für die Außendarstellung ist dies einer der wichtigsten Bereiche. Neben dem hohen Wiedererkennungswert ist ein ansprechendes Design ein wichtiger Eyecatcher und weckt Neugierde.

Corporate Communication (CC) und Corporate Behavior (CB)

Darunter fällt der gesamte Bereich der Unternehmenskommunikation nach außen in Form von Pressemitteilungen oder Newslettern. Aber auch die Durchsetzung von internen Prozessen und Richtlinien wie z. B. einer konformen E-Mail-Signatur soll hier die Strategie der Einheitlichkeit verstärken. Darüber hinaus können hier auch eine einheitliche Arbeitskleidung (Dresscode) oder Werbejingles in diesem Bereich angesiedelt sein.

Corporate Culture

Dieser Bereich befasst sich mit den ethischen und moralischen Grundsätzen des Unternehmens sowie deren Werte und Überzeugungen. Gerade für international agierende Firmen ist dies ein wesentlicher Punkt ihrer Firmenphilosophie. Verfolgt das Unternehmen ethische und moralische Vorstellungen und verkörpert sie diese in einer einheitlichen Weise auch nach außen?

Beispiele für Corporate Identity

Telekom

Man könnte meinen, die Telekom hat die Farbe Magenta erfunden. Auch der Jingle aus den bekannten fünf Tönen ist eine perfekte Assoziation zum Konzern.

Apple

Den angeknabberten Apfel kennt wohl jeder. Und da das so bleiben wird, war und ist das ein sehr geschickter Schachzug im Sinne von Corporate Design. Außerdem sind die Apple-Stores weltweit nach dem gleichen Schema aufgebaut und größtenteils auch identisch eingerichtet, sodass sich hier ein großer Wiedererkennungswert zeigt.

dm

Der Firmenname der Drogeriemarke wird konsequent immer kleingeschrieben. Das ist ein entscheidendes, einprägsames Erkennungsmerkmal.

 

Marketing Automation

Was versteht man unter Marketing Automation?

Marketing Automation ist definiert als die IT-gestützte Durchführung wiederkehrender Marketingaufgaben mit dem Ziel, die Effizienz von Marketingprozessen sowie die Effektivität von Marketingentscheidungen zu steigern (vgl. Institut für Sales und Marketing Automation). Zudem umfasst der Begriff Marketing Automation auch die entsprechenden Software-Lösungen, mit denen sich die Automatisierung von Marketingaufgaben effizient planen und umsetzen lassen. In der Regel beinhalten diese Tools Datenbank-, Web-Controlling-, Tracking-, Kommunikations- sowie Workflow-Funktionen.

Welche Einsatzgebiete gibt es im B2B?

Mit Marketing Automation versorgen Marketing und Vertrieb in B2B-Unternehmen ihre Interessenten und bestehende Kunden automatisiert

  • mit relevanten Inhalten
  • zur richtigen Zeit
  • am passenden Touchpoint.

Damit unterstützt Marketing Automation insbesondere

  • das Lead Management von B2B-Unternehmen,
  • das Account Based Marketing,
  • den Vertrieb beim Up- und Cross-Selling und bei
  • After-Sales-Maßnahmen sowie
  • Willkommens- und Onboarding-Kampagnen für Kunden und Mitarbeiter.

Darüber hinaus spielt Marketing Automation eine zentrale Rolle im Customer Experience Management (CXM), dessen Aufgabe es ist, Kunden möglichst über den gesamten Customer Lifecycle hinweg positive Erlebnisse zu verschaffen.

Daneben gestattet ein Marketing-Automation-Tool auch, den Erfolg einzelner Maßnahmen zu messen. Gleichzeitig leisten sie mit ihren Tracking- und Profiling-Funktionen einen wertvollen Beitrag zur vielseits gewünschten 360-Grad-Sicht auf den Kunden.

Welche Vorteile bietet Marketing Automation?

Die Automatisierung von Marketing- und Vertriebsprozessen bringt eine Reihe von Vorteilen, die für B2B-Unternehmen in der digitalen Welt einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor darstellen. Je nach Einsatzgebiet von Marketing Automation sind dies:

  • effektivere und effizientere Kundengewinnung und -pflege
  • höhere Konversions- und Abschlussraten
  • besser qualifizierte Leads für den Vertrieb
  • mehr Transparenz und Übersichtlichkeit im Sales Funnel
  • 360-Grad-Sicht auf den Kunden
  • passgenauere Marketing- und Vertriebsaktionen
  • personalisierte Kommunikation
  • eine ganzheitliche Customer Experience
  • mehr Flexibilität und höhere Innovationsfähigkeit gegenüber Markt- und Kundenanforderungen
  • Ressourceneinsparungen
  • Freiraum für kreative Aufgaben

Wie können B2B-Unternehmen Marketing Automation einführen?

Die Einführung eines solchen Systems erfordert von Unternehmen eine strategische Neuausrichtung – Marketing und Vertrieb sind gefordert, ihre Prozesse zu überprüfen und verstärkt gemeinsam auszurichten. Die Zusammenarbeit von Marketing und Vertrieb ist Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Integration von Marketing Automation. Ist dies gegeben, lässt sich die Software zielführend implementieren. Eine moderne Marketing-Automation-Plattform integriert sich nahtlos in die bestehende IT-Landschaft. Über Schnittstellen oder Middleware-Lösungen ist sogar eine bidirektionale Daten-Synchronisationen mit anderen Systemen wie dem Customer-Relationship-Management (CRM) möglich.

Bei der Auswahl der richtigen Marketing-Automation-Lösungen ist neben Aspekten wie Benutzerfreundlichkeit, umfassender Funktionalität und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, die Datenschutzkonformität ein wichtiges Kriterium.

Worauf gilt es rechtlich zu achten?

Eine rechtssichere digitale Kommunikation ist nicht erst seit Inkrafttreten der DSGVO unverzichtbar. Wichtig zu wissen: Verantwortlich für eine rechtskonforme Datenverarbeitung ist nicht allein der Software-Anbieter, sondern das beauftragende Unternehmen. Umso besser jedoch, wenn die eingesetzte Marketing-Automation-Lösung bereits alle technischen Vorgaben der DSGVO erfüllt. Dazu zählen etwa:

  • Double-Opt-in-Verfahren zum Nachweis der Einwilligung
  • Datenverarbeitung in ausschließlich europäischen Rechenzentren
  • TÜV Zertifizierung nach ISO 27001

Wer hier also auf der sicheren Seite sein möchte, ist dazu angeraten, bei der Auswahl von Plattformen und Dienstleistern auf Rechtskonformität zu achten.

Quellen und Lesetipps

bvik-Whitepaper „Marketing Automation im B2B“

Weitere Infos, Case-Studies aus dem B2B-Umfeld, Checklisten, Praxisleitfaden und Informationen zur erfolgreichen Einführung von Kampagnen finden Sie im bvik-Whitepaper „Marketing Automation im B2B“.

Mitgliedern steht der Download nach Login kostenfrei zur Verfügung. Nicht-Mitglieder können das Whitepaper kostenpflichtig erwerben.

B2B-Glossar - Was sind eigentlich hybride Events?

Hybride Events

Bei hybriden Events wird der reale Part vor Ort um einen virtuellen Teil verlängert. Es ist also eine Mischform aus realem Event und virtuellem Content. So können auch Menschen teilnehmen, die nicht live vor Ort anwesend sind bzw. wird die Veranstaltung verlängert. So kann z. B. die Sponsoren-Lounge schon vor dem eigentlichen Kongress öffnen und Sponsoren haben de Möglichkeit, den Teilnehmern Mehrwerte wie Best-Cases-Vorträge oder Whitepaper anzubieten. Zudem macht sich der Besucher schon einmal mit der Umgebung vertraut. Ebenfalls können natürlich die Vorträge auch live ins Internet übertragen werden, wo sich Teilnehmer ortsunabhängig einloggen können.

Vorteile von hybriden Events

Hybride Events bieten sich für alle internationalen Kongresse an. Veranstalter können das Teilnehmerfeld vergrößern und die Reichweite erhöhen und dabei gleichzeitig Kosten minimieren. Leute aus aller Welt haben so die Möglichkeit, einfach online teilzunehmen und entscheiden, welche Inhalte sie konsumieren, ohne für Reisen Zeit investieren zu müssen. Zudem können Experten, von denen viele häufig einen sehr vollen Terminkalender haben, als Referent von außerhalb zugeschaltet werden. Ein weiterer Vorteil: Sämtliche aufgenommenen Inhalte können digital gespeichert und später als On Demand Content zur Verfügung gestellt werden. Auch Sponsoren erhalten eine attraktive Plattform, auf denen sie ihre Inhalte effektiver platzieren können.

Die Möglichkeiten von hybriden Kongressen und Meetings sind unzählig. Am Ende geht es aber stets darum, was man damit erreichen möchte. Deshalb sollte man im Vorfeld klare Ziele formulieren und darauf das Konzept aufbauen.

Networking auf hybriden Events

Eine spannende Fragestellung: Wie können die Teilnehmer networken, wenn sie gar nicht richtig anwesend sind? Das geht problemlos über Social Media und Messenger wie WhatsApp oder Skype. Selbst der klassische Visitenkartenaustausch funktioniert virtuell, zum Beispiel in einer Event-App. Nur das persönliche Gespräch, das fehlt.

Hybride Events lassen sich auf verschiedene Arten durchführen:

  • Über spezialisierte Plattformen für virtuelle Messen und Konferenzen, wie z.B. Ubivent, EXPO-IP und Voelkel-ITK
  • Mit WebCasting und Webinar-Lösungen, wie z.B. GoToWebinar, Google Hangout, Skype Broadcast, Zoom Video Webinars
  • Via Live-Streaming-Tools, wie z.B. Youtube Live, Vimeo Livestream und Audio/Video-Dienstleister für die Produktion von Broadcasts und Live-Streams
Was sind Corporate Blogs?

Corporate Blogs

Corporate Blogs sind Unternehmens- beziehungsweise Firmenblogs. Prinzipiell unterscheidet sich der Corporate Blog nicht von einem „normalen“ Blog. Ein Redakteur oder ein Redaktionsteam des Unternehmens verfasst die Inhalte und publiziert diese. Die Konsumenten haben dann die Möglichkeiten, darauf zu re- und interagieren.

Diese Art von Blog wird von Unternehmen jedoch gezielt als Marketing- und Kommunikationsinstrument eingesetzt, um mit Content eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen und für das Unternehmen zu begeistern. Gerade in den Zeiten von Customer Centricity steht die einzigartige Ansprache des Kunden (und anderer Zielgruppen) im Fokus des B2B-Marketing.

Einsatzmöglichkeiten von Corporate Blogs

Corporate Blogs sind einer der am stärksten genutzten Kanäle der Unternehmenskommunikation und ein wichtiges Tool für das B2B-Marketing. Im externen wie internen Content-Marketing spielen sie als Meinungsmedium eine zentrale Rolle. Sie können jedoch genauso im Employer Branding, in der Begleitung strategischer Veränderungsprozesse oder als „Testballon“ eingesetzt werden. Längst ist Text dabei nicht mehr das allein bestimmende Format und der Blog auf der eigenen Website nicht mehr alternativlos.

Der Unterschied zwischen Corporate Blog und Social Media

Um einen Corporate Blog zu etablieren, muss man (im Gegensatz zu Social Media) viel Zeit investieren. Die Bewerbung des Blogs ist daher sehr wichtig. Diese kann z. B. über den Unternehmens-Newsletter, die Social-Media-Kanäle oder Corporate Influencer erfolgen. Ist der Blog aber erst einmal etabliert, kann er ein wirkungsvolles Instrument darstellen. Das Unternehmen wird so als Meinungsmacher in der Öffentlichkeit wahrgenommen oder punktet dank der persönlicheren, emotionalen Färbung der Inhalte, als attraktiver Arbeitgeber. Zudem kann der Corporate Blog im eigenen Design gehalten werden und gerät nicht so schnell in Vergessenheit als ein Post auf Facebook oder ein Eintrag auf LinkedIn.

Unterschiedliche Darstellungsformen von Corporate Blogs

Die Ausgestaltung eines Corporate Blogs ist abhängig von der Message, der Zielgruppe und dem Ziel, welches das Unternehmen verfolgt. So gibt ein Service Blog den Lesern u.a. Zusatznutzen von Produkten mit auf den Weg. Ein Themen-Blog baut zu einem bestimmten Thema die Expertenrolle des Unternehmens auf.

Ein tolles Beispiel ist Urban Hub von thyssenkrupp. Der Blog-Bereich ist als interaktive Plattform für Personen, die die Zukunft der Städte und Mobilität gestalten, aufgebaut.

Auf welche Ziele zahlt ein Corporate Blog ein?

Im Marketing- und Kommunikationsbereich eines Unternehmens gibt es viele Ziele, auf die ein Corporate Blog einzahlen kann, z. B.:

  • Statische Unternehmens-Website mit interaktivem Leben befüllen
  • Awareness und Bekanntheit steigern
  • Reputation als Experte aufbauen
  • Networker, Multiplikatoren, Opinion Leader aktivieren
  • Kunden gewinnen und binden

Wichtig ist, dass der Corporate Blog auf eine langfristig ausgelegte Marketing-Strategie baut, die wiederum nachhaltig im gesamten Marketing und in der Unternehmenskommunikation verankert ist.